Anregungen aus Kultur & Kunst

SMC München Juni 2010Welche Inspirationen kann die Geschäftswelt in puncto Social Media bei Kunst und Kultur finden? Inputs lieferten die Vorträge des Social Media Club München „Kultur und Social Media“ am 21. Juni 2010 im Kulturprojekt Puerto Giesing. Für Kunst und Kultur bestehen mehr Freiräume, mit neuen Technologien und Kommunikationskanälen zu experimentieren. Anders als Unternehmen tragen sie kein Korsett von Kommunikations-Richtlinien und Vorgaben.

Social Media: Schnell. Einfach. Effizient.


Als Einstieg und Einführung in die Location stellte Patrick Gruban / München852 Projekte zur kulturellen Zwischennutzung wie das „Puerto Giesing“ im ehemaligen Hertie-Kaufhaus vor. Er zeigte, wie sehr diese Initiativen in Planung, Durchführung und Koordination von Social Media profitieren.

Über die von München852 genutzten sozialen Medien Facebook und Twitter verbreiten sich Nachrichten enorm schnell, wenn die Zielgruppe passend aktiviert wird. Selbst kurzfristige Kulturaktionen finden in wenigen Tagen ausreichend Publikum für eine erfolgreiche Durchführung einer Lesung oder eines Konzerts.

Grubans Resumée: „Die Geschwindigkeit, mit der wir z.T. große Veranstaltungen planen, würden wir nie mit traditionellen Medien erreichen.“ Claudia Weber at SMC München

Social Medium passend auswählen

Claudia Weber / Lenbachhaus zeigte am Beispiel des noch jungen Social Media Engagements der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, wie wichtig es ist, den richtigen Social Media Kommunikationskanal zu wählen. Vorgabe für das Lenbachhaus ist es, auch Fotos zu den Ausstellungen in der Kommunikation nutzen zu können. Insbesondere da das Haus infolge der Umbaumaßnahmen über einen sehr langen Zeitraum nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Das passende Medium liefert das Social Network Facebook: Seit Anfang des Jahres hat die Gruppe Lenbachhaus auf Facebook fast 400 „Fans“ begeistern können. Für eine größere Organisation typisch ist das Lenbachhaus eher zögerlich in der Erweiterung ihrer Kommunikation um Social Media Komponenten. Einige Anregungen für eine stärkere Interaktion mit der Community bot der intensive Austausch mit dem Fachpublikum des Social Media Club München.

Tweet Up Your Life at SMC MünchenKurzlebige Twitter-Nachrichten in Videos konserviert

Ein faszinierendes Beispiel, wie Nachrichtentexte aus Twitter und Facebook ins Video-Format transferiert werden, zeigte die Medienkünstlerin Stephanie Maier. Ihr Projekt „Tweet Up Your Life“ steht kurz vor der ersten öffentlichen Installation. Vier verschiedene Schauspieler haben für die Medien-Kunstarbeit ausgewählte Textnachrichten „nachgespielt“ und interpretiert.

Es ist erstaunlich, wie die schriftlich-nüchternen Statusmeldungen durch die Videos eine neue emotionale Komponente und an Intensität gewinnen. Gleichzeitig konservieren sie die kurzlebigen News in eine langfristige und in neuem Zusammenhang nutzbare Form.Tweet Up Your Life (Trailer-Screenshot)

Maier begeisterte das Publikum des Abends mit einem sehenswerten Trailer, der inzwischen auf der Website Tweet Up Your Life Lust auf mehr macht.

Ableitung für die Marketingkommunikation

Nach dem Event formten sich in meinem Kopf zu dem Projekt „Tweet Up Your Life“ zwei Ideen für die Marketingkommunikation, zu denen dieses Projekt Inspirationen gibt.

  • Eine davon abgeleitete Aktion könnte sein, Twitter-Nutzer anzusprechen, ihr getwittertes Feedback auf ein Produkt oder einen Service in ihre Webcam als Online-Video zu sprechen und einzusenden. Die Tweets von Darstellern aufsprechen zu lassen, würde das Testimonial nur entkräften – hier muss es authentisch bleiben, damit es wirkt.

Nicht immer ist dies einfach zu verwirklichen. Daher eine weitere Idee für erklärungsbedürftige Produkte:

  • Als Interaktion mit geschriebenen Tweets könnte ein für die Produktentwicklung zuständiger Manager in einem Video Feedback-Tweets von Kunden vorlesen und auf sie reagieren. Zum Beispiel indem er zu der angesprochenen Funktionsweise erläutert, warum dies in der Entwicklung mit hoher Priorität verfolgt wurde, und wie erfreulich es ist, dass sich der gewünschte Effekt auch tatsächlich beim Nutzer eingestellt hat.

Fotos: Raimund Verspohl / Screenshot Tweet Up Your Life-Trailer

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