Stichwort Motivation – Autonomie versus Incentives

Illustration Motivation Foto: ratner / sxc.huLetzten Montag wurde im Rahmen meines Diskussionsbeitrags „Social Media – The Business Perspective“ auf einer Roundtable-Veranstaltung von Accenture viel über Motivation gesprochen. Wie bringen Unternehmen Mitarbeiter dazu, ein internes Social Network etc. zu nutzen? Auf Facebook pflegen sie ihr Profil, warum dann nicht im internen Netzwerk? Eine Kampagne sollte helfen, in der ein iPad2 verlost wird…

Zu diesen Fragestellungen fiel mir wieder der TEDx-Vortrag von Dan Pink „On the Surprising Science of Motivation“ ein. Er arbeitet heraus, dass die typischerweise zur Motivation eingesetzten Belohnungen (symbolisch die Karotte) nur in ganz speziellen Arbeitssituationen positiv wirken. Dann, wenn Arbeitsabläufe oder Aufgabenstellungen klar umrissen sind und wenig Eigeninitiative erforderlich ist.

In dem Moment, wo es um kreativere Aufgaben, wo es um Engagement geht, führe diese „extrinsische Motivation(Leistung erbringen für eine Belohnung oder zur Vermeidung von Strafe) nicht zu besseren Ergebnissen.
 

 
Wirksamer sind in diesem Zusammenhang Ansätze, die auf die „intrinsische Motivation(Leistung von innen heraus, um seiner selbst willen erbringen) und Bedürfnisse der Mitarbeiter setzen. Dazu Dan Pink:

  • Autonomy – The urge to direct our own lives
  • Mastery – The desire to get better and better at something that matters
  • Purpose – The yearning to do what we do in the service of something larger than ourselves

Gerade zu dem ersten Punkt „Autonomie“ kommt mir ein Werbeslogan in den Sinn, der das mit dem Satz „Mach es zu Deinem Projekt“ ganz gut auf den Punkt gebracht hat.

Praxisbeispiel intrinsische Motivation: Wikipedia

Wie diese motivierenden Faktoren zusammenspielen hat Wikipedia gezeigt: Die Enzyklopädie wurde genau mit diesen Mechanismen zu dem erfolgreichen Nachschlagewerk, das die meisten von uns heute nicht mehr missen wollen.

  • Autoren machen ihr Fachgebiet zu ihrem Projekt (Autonomy).
  • Durch die intensive und öffentliche Beschäftigung mit ihrem Thema kennen sie sich immer besser darin aus (Mastery).
  • Insgesamt tragen die Autoren zur Entwicklung des großen internationalen Online-Lexikons bei (Purpose).

Denjenigen, die mehr Input für die Augen benötigen, sei dieser mit Zeichnungen unterlegte Vortrag von Dan Pink zum Thema empfohlen:
 

 
Ich denke, hier stecken gute Anregungen für die Praxis im Social Web und für die Veränderung in Unternehmen drin. Posten Sie gerne passende Praxiserfahrungen aus dem Unternehmensumfeld im Kommentarbereich oder greifen Sie doch das Thema (verlinkt) in Ihrem Blog auf!

 
Foto: ratner/sxc.hu
Hinweis: Es bestehen zum aktuellen Zeitpunkt keine geschäftlichen Beziehungen von DoSchu.Com zu den erwähnten Firmen

3 Feedbacks


  • Heiko Möller schreibt am 7 Jun ’11 um 16:09

    Ich möchte mich ausdrücklich für diesen sehr inspirierenden Beitrag bedanken !!!
    Insbesondere die zweite Präsentation finde ich genial.
    Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    Viele Grüße aus dem verregneten Osnabrück.
    Heiko Möller