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Büro war gestern: Digitalien liegt überall

Arbeitsplatz illustrationIm Vorfeld der CeBIT ruft eine Blogparade auf, Gedanken zum Arbeitsplatz der Zukunft auszutauschen. Da ich mir diesen Arbeitsplatz zum großen Teil schon heute eingerichtet habe, Vorträge zum mobilen Arbeiten unterwegs halte und aktive Coworking-Nutzerin bin, nehme ich gerne teil.

Aus dem Aufruf Blogparade zum Arbeitsplatz der Zukunft:

„Wir möchten gerne eure Erfahrungen zum Thema Home Office lesen und starten daher eine Blogparade zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“. Wer von euch arbeitet vollständig oder auch teilweise von Zuhause? Welche mobilen Lösungen und Enterprise 2.0-Anwendungen setzt ihr dafür ein? Wie habt ihr euren Arbeitgeber überzeugt? Was gefällt euch besonders am Home Office? Was sind die Probleme beim entfernten Arbeiten? Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft für euch aus?“

Im Büro der Wissensarbeiter

Den Arbeitsplatz gibt es nicht – wir haben alle unterschiedliche Berufe und persönliche Arbeitsstile. Als so genannte Wissensarbeiterin unterscheidet sich meine Arbeitswelt von vielen anderen Menschen. Beispielsweise wenn sie Lebensmittel oder Produkte erzeugen, wenn sie sich im medizinischen Bereich um verspannte Rücken, Hygiene oder Patienten kümmern. Dabei macht die digitale Durchdringung unserer Gesellschaft auch vor diesen Berufen nicht halt. In der industriell geprägten Landwirtschaft spielen Computer eine große Rolle. In der Patientenbetreuung sind digitale Medien Teil des Arbeitsalltags und bieten Ergänzungen in Nachsorge oder Prophylaxe.

Workspace CloudworkerEingangs schrieb ich, dass ich meinen Arbeitsplatz der Zukunft „zum großen Teil“ bereits eingerichtet habe. Wieso das, obwohl ich doch zu den Selbständigen gehöre, die sich ihren Wirkungsort selbst wählen? Nun, was gerne aus dem Blickfeld gerät, dass wir Selbständigen selten für uns allein arbeiten, sondern Kunden haben und mit anderen Menschen in Projekten zusammenarbeiten.

Mobil & flexibel

Mein Arbeitsplatz ist tatsächlich sehr mobil und flexibel. Zum Teil arbeite ich im Büro, das in meiner Wohnung liegt. Besonders an Tagen mit vielen Telefonaten. Im Coworking Space freue ich mich, meinen Laptop neben Kollegen und neuen Kontakten aufzuklappen.

Dazu gibt es Besprechungen, Workshops und gemeinsame Flipchart-Sessions mit Auftraggebern, für die Meetings von Angesicht zu Angesicht am besten funktionieren. Mit einigen vertrauten Kunden funktioniert die Zusammenarbeit auch per „Cloud“ – also Skype, WebEx, GoToMeeting oder Google+ Hangouts. Oder per Cloud-Anwendungen wie Trello für das Projektmanagement oder Google Docs zum gemeinsamen Bearbeiten von Konzepten oder Tabellenkalkulationen.

Neben Laptop ist auch das Smartphone ein wesentliches Element des flexiblen Arbeitens. Inzwischen werden unsere mobilen Begleiter immer mehr zum mobilen Büro, meldete Anfang Februar der Verband Bitkom. Arbeitgeber stellen der repräsentativen Studie zufolge jedem fünften Mitarbeiter ein Smartphone zur Verfügung. Dazu greifen 40 Prozent der Arbeitnehmer zumindest gelegentlich auf ihr eigenes Gerät für die Arbeit zurück.

2009 in Vorbereitung meiner neuerlichen Selbständigkeit hielt ich Ausschau mach dem Platz meines künftigen Wirkens. Eine Bürogemeinschaft war mir zu eng, neue Formen wie das Coworking erblühten in Deutschland noch recht vereinzelt zum Beispiel in Berlin. In München dagegen war es vielen Interessierten aufgrund der hohen Immobilienpreise ein zu großes Wagnis, flexible Schreibtischplätze statt fester Büros zu vermieten.

Coworking auf dem Weg zu neuen Arbeitswelten

Entsprechend formierten wir uns als Abnehmer-Gemeinschaft. Im Café mit W-Lan nebst Latte macchiato gründeten wir die Coworker-Gemeinschaft, die ein festes Abnahmevolumen von Arbeitsplatzbuchungen garantieren wollte, um das Risiko zu minimieren. In die dritte Überarbeitung unserer Vereinssatzung platzte die Ankündigung, in Westschwabing traut sich eine Frau, das Unmögliche wahr zu machen: Im Mai 2010 eröffnete das combinat56, der erste Coworking Space in München.

Dazu gesellten sich weitere Coworking-Angebote wie allyNet in der Münchner Bayerstraße oder Raumsucht nahe der Theresienwiese. Das Neben- und Miteinander von Freelancern, Mitarbeitern aus Firmen, Startups, Berufsanfänger und „alten Hasen“ gefällt mir.

Die Flexibilität wird sicher neue Optionen für die Arbeitsplatzgestaltung aufstoßen. Wir stehen hier noch am Anfang. „Büro war gestern: Digitalien liegt überall“ – damit habe ich mich auch für eine interaktive Session auf der re:publica 2014 beworben. Bin gespannt, ob das Thema angenommen wird.

Doris Schuppe

PS: In meinem Blog auf WordPress.com geht es für Interessierte übrigens fokussierter um die Zukunft der Arbeit: Auf dem Weg zur neuen Arbeit

Fotos: DoSchu / DoSchu.Com

10 Blickwinkel Social Media und Suchmaschinen

Was können wir tun, damit unsere Website in der Masse der Internet-Inhalte bemerkt wird? Wie können unsere Online-Inhalte per Suchmaschine gefunden werden? 10 Expert:innen aus der Bloggerszene beleuchten diese Themen im eBook „SEO & Social Media“ unter der Herausgeberschaft von Michael Firnkes.

teaser SEO Social Media

Doris Schuppe • Der Beitrag 10 Blickwinkel Social Media und Suchmaschinen erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.

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Studie: Work-Life-Balance und Abeitgeberattraktivität

fauchende KatzeUnternehmen und Recruiter wollen die interessantesten Mitarbeiter gewinnen. Dazu müssen sie als attraktiver Arbeitgeber glänzen. Diese Wahrnehmung wird von 4 Faktoren bestimmt, darunter auch die Work-Life-Balance. Jedoch sollten Unternehmen lieber darauf verzichten, diese mit trennender Begrifflichkeit hier ‚Work‘ da ‚Life‘ zu kommunizieren, rät eine Studie.

„Arbeitszeit ist Lebenszeit“ erinnerte uns letztes Jahr der Philosoph und Chefredakteur des Maganzins Hohe Luft Thomas Vašek zur Veröffentlichung seines Buchs Work Life Bullshit.

Dass das Leben nicht erst am Feierabend beginnt – nun ich denke dazu haben viele Social Media-Anwendungen und die Verbreitung von Smartphones beigetragen. Wobei weiterhin richtig bleibt: Nicht jeder beruflichen Situation wohnt der Freiheitsgrad inne, diese tatsächlich zu mehr Lebensqualität entwickeln zu können.

Ergebnisse & Handlungsempfehlungen

Aber zurück zur Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management. Studienleiter Prof. Dr. Oliver Gansser empfiehlt:

„Objektiv betrachtet sollten Unternehmen, die ihre Attraktivität als Arbeitgeber in der Öffentlichkeit steigern möchten, das Thema Work-Life-Balance also eher nicht in den Vordergrund stellen. Es könnte suggerieren, dass sich die Arbeitnehmer von der Arbeit im Unternehmen in ihrer Freizeit erholen müssen.“
Oliver Gansser / FOM Aktuelles

4 Faktoren für die Arbeitgeber-Attraktivität

Welche Erkenntnisse legen diese Einschätzung nahe? Die Studie an der FOM in München untersuchte die Arbeitgeber-Attraktivität der acht größten Arbeitgeber in München und Umgebung. Befragt wurden 141 Männer und 223 Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren.

Die Attraktivität eines Arbeitgebers hängt gemäß Studienergebnis von diesen vier Faktoren ab:

  • Reputation eines Unternehmens: „Die Reputation hat einen starken positiven Einfluss auf die Identifikation mit einem Wunscharbeitgeber, die durch Erwartungen an diesen dargestellt wird.“
  • Arbeitsinhalte: „Der Arbeitsinhalt wirkt auf den Menschen intrinsisch motivierend.“
  • Unternehmenskultur: „Ein potenzieller Arbeitnehmer legt sich nur dann auf ein Unternehmen fest, wenn dieser sich mit der Kultur und den Wertevorstellungen des Unternehmens identifizieren kann.“
  • Materielle Aspekte: Das Anreizsystem ist lange überholt, siehe beispielsweise Handelsblatt-Beitrag von 2012: Ein hohes Gehalt ist nur die halbe Miete

Alle diese vier Faktoren wirken insgesamt auf die Attraktivität eines Arbeitgebers. Die beiden erstgenannten – Unternehmens-Reputation und Arbeitsinhalte – wirken laut Studie jedoch wesentlich stärker auf die Attraktivität als die Faktoren Unternehmenskultur oder materielle Aspekte. Dazu hebt die Studie hervor:

„Bemerkenswert ist der signifikant negative Einfluss von Work-Life-Balance (…) Dies zeigt, dass die Auskunftspersonen eine zu positive Ausprägung der Kriterien zu Work-Life-Balance als eher negativ bezüglich der Gesamtbewertung zur Arbeitgeberattraktivität sehen.“

Die Studie gibt gleich konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen mit:

Warnung vor diesem Effekt in der Kommunikation…

„Work-Life-Balance sollte eher nicht mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden, da dies suggerieren könnte, dass sich die Arbeitnehmer von der Arbeit im Unternehmen in ihrer Freizeit erholen müssen. Diese Einstellung wirkt sich negativ auf die Bewertung der Arbeitgeberattraktivität aus.“

…und Empfehlung zur Image-Pflege:

„Aufgrund der Daten der vorliegenden Studie und der signifikanten Ergebnisse, sollten Unternehmen, die ihr Image als Arbeitgeber verbessern wollen, vorwiegend die Faktoren Unternehmensreputation und Arbeitsinhalte stärken.“

Storytelling in der Kommunikation statt Abschreckung

Viel zu tun – denn gerade der Begriff Work-Life-Balance ist inzwischen nicht nur Standard in Seminarangeboten sondern auch auf Unternehmens-Seiten im Karriere-Bereich zahlreich vertreten. Ein Grund mehr dieses Schlagwort in der Kommunikation durch authentisches Storytelling abzulösen.

Erfahrungsberichte von Mitarbeitern erzählen Besuchern der Website oder Fans der Facebook Seite mehr über das Unternehmen: Sie gewähren Einblick in die von der Studie als wichtig herausgestellten Arbeitsinhalte. Und sie legen Zeugnis ab über die Unternehmenskultur.

Diese Stories gehören nicht erst seit dieser Studie auf den Themenzettel der Content-Strategie für Unternehmen. Nicht zu vergessen: Neben den Inhalten für die öffentliche Kommunikation genauso an die interne Kommunikation denken.

Messung der Arbeitgeberattraktivität: Eine empirische Studie (PDF)

Doris Schuppe
Foto: DoSchu / DoSchu.Com
Hinweis: Es bestehen keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Marken / Unternehmen.

Kalenderblatt Februar 2014

VogelMärkte sind Gespräche sagte bereits 1999 das Cluetrain Manifesto – darin steckt schon der Dialogansatz, und der ist eher privat als öffentlich. Oder verstehen wir unter Gesprächen lautstarkes Aussenden der eigenen Botschaften per Megaphon auf einem großen mit potenziellen Kunden angefüllten Markplatz?

Eben. Insofern ist es wenig verwunderlich, wie die aktuellen Nutzerfavoriten vor Augen führen, wie das mit dem Gespräch zu verstehen ist. Egal ob Facebook jetzt den 10. Geburtstag feiert oder nicht. Zwitscher VogelSocial Media-Nutzer „zwitschern“ per Kurznachricht oder Foto und weniger „öffentlich“. Und besonders gerne mobil.

Kommunikations-Apps in der Gunst der Nutzer

Spitzenreiter ist die App Whatsapp, mit der Direktnachrichten oder Fotos mit anderen Kontakten einzeln oder in Gruppen ausgetauscht werden. Wer auch schon etwas länger digital am Start ist weiss woran es erinnert: Die gute alte Online-Chat-Zeit.

In punkto Nutzerzahlen rückt Whatsapp dem Geburtstagskind Facebook arg auf die Pelle: 400 Millionen aktive Nutzer, 20 Millionen davon in Deutschland. Schlagzeilen zu Datenlecks halten nicht vom Gebrauch der App ab, sie ist ja so praktisch (und gegenüber SMS vergleichsweise günstig). Tipp: Hinweise zur Sicherung der Whatsapp-Nutzung beachten.

Auch anderswo im Social Web tauschen sich Nutzer aus, und inzwischen deutlich „privater“:

Aber aufgemerkt: Vine (von Twitter gekauft) läßt 40 Millionen Vine-Nutzer kurze Videos und Stop-motion-Filme in ihren öffentlichen Web-Profilen teilen. Tendenz steigend: Vine erzielte weltweit das größte Nutzerwachstum nach Zahlen des GlobalWebIndex…

cowork 2014 :: 7.-9. Februar 2014

Wolfsburg cowork 2014Am kommenden Wochenende findet erstmalig die Cowork 2014 statt. Zur Kombination aus Keynotes, Podiumsdiskussion und Barcamp zum Thema Coworking lädt der Coworking Space der Stadt Wolfsburg ein.

Freitag und Sonntag bieten Konferenzprogramm, der Samstag wird Barcamp-üblich von den Teilnehmern und ihren Themem gestaltet.
Information siehe cowork.mixxt.de

Bitte lächeln!

Diese Video hat mich letzten Monat besonders berührt. Ein schönes Beispiel für verbale und nonverbale Kundenbindungs-Kommunikation.
Enjoy & SMILE:

PS: Hier der Link zum Cluetrain Manifesto in deutscher Übersetzung

Doris Schuppe
Illustration: Foto von DoSchu / DoSchu.Com; Infografik von de.statista.com; cowork Logo von cowork.mixxt.de

5 Antworten zur ‚Survival of the Fittest?‘ Tagung

Foto: combinat56Coworking inspiriert. Coworking bringt Menschen zusammen. Zum Beispiel für ein Seminar zum steigenden Erwartungsdruck im digitalen Zeitalter. Dazu haben meine Coworking-Kollegen Sina Brübach und Markus von der Luehe die Tagung „Von Menschen und Marken im digitalen Zeitalter – Survival of the Fittest oder geht’s auch anders?“ entwickelt.

Am Mittwoch, 26. Februar 2014, treffen sich die Teilnehmer von 9 bis 17 Uhr zu einem Mix aus inspirierenden Vorträgen, „munteren Business-Speed-Datings“ und Workshops. Die Tagungsveranstaltung „Von Menschen und Marken…“ ist Teil der Munich Creative Business Week, die dieses Jahr vom 22. Februar bis 2. März stattfindet.

Kurzinfo Munich Creative Business Week
Deutschlands größter Design-Event für Gestalter und Auftraggeber findet eine Woche lang in München statt. Ziel der Veranstaltungswoche ist die Sensibilisierung für Design und seiner gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Bedeutung. Letztes Jahr begrüßte die MCBW mit 126 Partnern und 56 Creative Spots über 37.000 Besucher auf den 202 MCBW Veranstaltungen.
Details siehe MCBW.de

Neugierig wie ich bin, befragte ich die beiden kreativen Köpfen hinter „Von Menschen und Marken im digitalen Zeitalter“, Sina Brübach und Markus von der Luehe, zum Hintergrund der Veranstaltung. Sina Brübach ist Gründerin des ersten Coworking Space in München, combinat 56. Coworker Markus von der Luehe ist Coach und somatischer Psychotherapeut.

:1: Survival of the fittest – was hat Euch motiviert dieses Seminar im Rahmen der Munich Creative Business Week anzubieten? Ist Coworking etwa so stressig?

Sina Brübach: Coworking ist eigentlich das Gegenteil von stressig. Es fördert die Gemeinschaft von sonst unabhängig agierenden Firmen und Unternehmern und arbeitet der zunehmenden Isolation entgegen. Es hilft uns gerade unter Stress bei unseren Coworkern Hilfe zu finden. Die Idee für das Seminar kam als wir Markus Flemming auf einer Business Konferenz in Köln gesehen haben. Er hielt die Keynote der Veranstaltung – so ganz anders als der Rest der Vortragenden.

Foto: Dorothee ElfringZum einen hat Markus Flemming ein Thema aufgegriffen, welches für viele Unternehmen extrem präsent ist: gestiegener Erwartungsdruck, Stress im Beruf und zu Hause sowie eine zunehmende Desorientierung in einer digitalen Welt. Zum anderen kommt Flemming als ehemaliger Eishockey-Profi aus einem Bereich, der sehr viel mit Erwartungsdruck und Hochleistung zu tun hat. Seine Antworten haben uns so beeindruckt und waren so lebendig, dass wir uns dachten, er sollte seine Message auch in München weitergeben.

:2: Nach Eurer Erfahrung: Liegt das Stress-Potenzial eher bei den Social Media-Enthusiasten und aktiven Nutzern neuer Medien für den beruflichen Einsatz oder mehr bei denjenigen, die dem Thema mit mehr Abstand gegenüberstehen?

Markus von der Luehe: Gute Frage! Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass die Auseinandersetzung mit so vielen sozialen Medienkanälen die Komplexität und damit auch den Zeitaufwand im Medienkonsum vervielfacht hat. Beispielsweise kann mein Facebook-Freund auf der Plattform erkennen, ob ich seine Nachricht gelesen habe. Das bedeutet, es gibt auch hier eine Erwartungshaltung, dass wir prompt antworten. Falls ich das nicht tue, ist die Chance gross dass er beleidigt ist.

Die Lösung ist aber aus meiner Sicht nicht, den sozialen Medien mit Abstand zu begegnen, sondern eher zu sehen wie man diese effektiver nutzen kann. Zu entscheiden, mit wem es wann Sinn macht überhaupt zu kommunizieren und aus dem ganzen Social Media-Lärm das Wesentliche für sich und sein Umfeld heraus zu filtern. Es ist aber zweifelsfrei, dass die neuen Medien stressfördernd sein können und genau diesen Tendenzen wollen wir mit dem Seminar entgegenwirken.

:3: Liegen Gründe für mehr Stress im Job vorwiegend in der neuen Medienvielfalt samt Verwischung der Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben – fehlen da nicht Auswirkungen durch wirtschaftliche Organisationsveränderungen?

Sina Brübach: Ich denke wir befinden uns in einer Übergangsphase, die insgesamt mehr Freiheiten und Spielraum für den Einzelnen ermöglichen wird, wenn sie abgeschlossen ist. Liquid Living, neue Arbeitszeitmodelle, etc. sind hier nur ein Teil der Geschichte. In San Francisco sehen wir mittlerweile Trends, wonach Coworking schon sehr etabliert ist und es eine Bewegung hin zur Selbst-Verantwortung gibt. Im Klartext: viele Kleinunternehmer, weniger Schutz durch Langzeitarbeitsplätze und große Organisationen, aber eben auch deutlich mehr Möglichkeiten und Verwirklichung der persönlichen Potenziale.

Markus von der LueheMarkus von der Luehe: Die andere Seite ist dass die die digitale Generation mehr und mehr verlernt, Konflikte und Emotionen über persönliche Konversationen zu handeln. Vieles läuft über eMail und Chat. All diese Entwicklungen bringen natürlich immensen Stress mit sich und müssen auf verschiedensten Ebenen angegangen werden. Aus meiner Sicht ist das, was wir gerade sehen eine Übergangsphase. Die Verwischung von Beruflichem und Privatem wird eher noch zunehmen. Die 5-Tage-Woche ist tot. Hinzu kommt, dass Organisationen das Risiko mehr und mehr auslagern werden, und wir in der Zukunft deutlich mehr „Contractor“ sehen werden.

:4: Was können wir für die Stressbewältigung von einem Eishockey-Spieler lernen?

Sina Brübach: Von seiner persönlichen Story: Markus Flemming hat aufgrund der extremen Anforderungen im Profisport unter Angstzuständen gelitten. Im Seminar gibt er uns Techniken an die Hand, die ihm selbst in sehr extremen Situationen geholfen haben. Darüber hinaus ist er Sportpsychologe und hilft verschiedensten nationalen und internationalen Teams bei der Bewältigung von extremen Stress- und Performance-Situationen.

Markus von der Luehe: Genau, ich beobachte manchmal einen Eishockey-Spieler, der vor Millionen von Zuschauern einen Strafstoß verwandelt und denke mir, wenn ich das machen müsste: „Das Ding ginge bei mir in die Wolken vor lauter Aufregung“.

Foto: combinat 56:5: Welche Teilnehmer möchtet ihr am liebsten zu Eurem Seminar begrüßen?

Markus von der Luehe: Alle, die nach Tools und Techniken Ausschau halten, um mit den gestiegenen Anforderungen zurechtzukommen. Das sind Mitarbeiter in Unternehmen, Coaches und Consultants, die mit Unternehmen arbeiten, sowie Manager und Führungskräfte, die sich persönlich weiterentwickeln möchten. Bereiche im Unternehmen sind Marketing, Personal (HR) und Management.

Ich wünsche Euch viel Erfolg mit Eurer Tagungsveranstaltung!
Hier geht es zu Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung am 26. Februar 2014 im Rahmen der Munich Creative Business Week 2014:
Von Menschen und Marken im digitalen Zeitalter – Survival of the Fittest oder geht’s auch anders?

 
Illustration mit Foto von combinat 56 / Foto Sina Brübach: Dorothee Elfring

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