Startseite » 2014 » November

Im Team kreativ: Idea Speed Dating

illustration idea speed dating

Co-creation im Coworking Europe Conference Workshop

Wie kann eine Ideensammlung einfach zusammen entwickelt und anschließend bewertet werden? Im Workshop von Manuela Procopio und Ulrich Schubert von coworkshops haben wir das in der Praxis ausprobiert.

Was könnten neue Services für einen Coworking Space sein, die zusätzliches Geld einbringen? Mit dieser Ausgangsfrage sammelten wir im „Idea Speed Dating“ auf der Coworking Europe Conference in Lissabon zunächst „Necessities“ also Bedürfnisse der Coworker.

Und zwar mit einer großen Wandzeitung, die auf dem Boden liegt. Das Team platziert sich rundherum und startet zunächst damit, jeweils einen Bedarf aufzuschreiben, den die Zielgruppe hat.

ideen notieren

Dann gehen alle einen Schritt zur Seite und notieren zur Necessity des Kollegen eine Service-Idee.

necessities coworker

So ging es im Kreis herum um die Wandzeitung herum bis zu den verschiedenen Necessities 5-7 Ideen und Weiterentwicklungen aufgeschrieben waren.

Anschließend erhielten wir Euro-Münzen aus Schokolade – nicht zum Essen! – sondern für die Bewertung der Ideen.

bewertung service ideen

Je nachdem wofür die Zielgruppe bereit ist, Geld auszugeben, legten wir die Schoko-Münzen auf die Wandzeitung. Der Gewinner unseres Idea Speed Dating: Professional Workshops.

training colearning

Vielen Dank an Manuela und Ulrich von coworkshops!

Doris Schuppe
Fotos: DoSchu / DoSchu.Com

Like it? Share it!

Wohin geht die Reise?

illustration zielZurück von drei Tagen Blockseminar „Technik der interaktiven Medien“ beschäftigt mich die Frage: Wie erreichen wir zum Beispiel mit einem Event in der digitalen Kommunikation unsere Interessenten und Teilnehmenden? Besonders wenn es um junge Menschen geht, die ihre Kommunikation vorwiegend mobil und besonders via Chat-App wie WhatsApp gestalten…

Letztes Jahr war von 29 Studierenden der Seminargruppe am Campus M21 gerade mal einer nicht bei Facebook angemeldet. Diese Gruppe war sehr überzeugt davon, dass außer Facebook alle anderen modernen interaktiven Medien – Blog, Instagram, Pinterest, YouTube etc. – unwichtig oder bestenfalls „nice to have“ seien. Wobei sie zugaben selber so gut wie gar nicht mit den von ihnen irgendwann einmal „gelikten“ Facebook Seiten zu interagieren.

Schade dass sie nicht erlebten, wie die aktuelle Gruppe dazu steht. Von den 26 Studierenden sind 4 überhaupt nicht bei Facebook registriert. Wer sich bei Facebook anmeldete, nutzt das Netzwerk jedoch nur hin und wieder; alle Teilnehmenden sind vorwiegend via WhatsApp aktiv. Da ist es schon eine gewisse Herausforderung auf ihren Radar zu kommen.

Event Kommunikation via interaktive Medien

Im Kurs nehmen die Studierenden Platz auf der anderen Seite des Events, auf der Seite des Veranstalters. Als Teams lernen sie die verschiedenen Aspekte der Technik interaktiver Medien kennen: Sie sind Event-Veranstalter in verschiedenen Bereichen eines fiktiven Unternehmens rund um das Flusssurfen auf der Münchner Eisbachwelle (Café, Fashion, Boards oder Travel).

Wenn sie selber kaum mit Inhalten bestehender Seiten interagieren, warum sollten es dann Gleichaltrige für ihr fiktives Eisbachwellen-Business tun? Selbst per FB-Anzeige sind sie kaum erreichbar. Wo finden wir dann neben bestehenden Kontakten und Kunden neue Interessierte für unseren Event?chalk street ziel

Eigentlich relativ einfach: Nach wie vor über Suchmaschinen.

Präsenz in Suchmaschinen-Ergebnissen

Wie die jüngste ARD-ZDF-Onlinestudie bestätigte: Online-Nutzer suchen im Internet an erster Stelle Informationen (82%) und nutzen Suchmaschinen (82%). Dabei weichen die verschiedenen untersuchten Altersgruppen kaum voneinander ab.

Das sind die Top-Online-Anwendungen, die 2014 mindestens einmal wöchentlich genutzt werden(1):

  • Informationen suchen
    Gesamt: 82 %
    Frauen: 79 %
    Männer: 85 %
    14-29 Jahre: 92 %
    30-49 Jahre: 85 %
    50-69 Jahre:73 %
    ab 70 Jahre: 66 %
  • Suchmaschinen nutzen
    Gesamt: 82 %
    Frauen: 80 %
    Männer: 83 %
    14-29 Jahre: 93 %
    30-49 Jahre: 85 %
    50-69 Jahre:72 %
    ab 70 Jahre: 55 %

Bis Sommer dieses Jahres freuten sich sicherlich viele Marketeers darüber, ihre Zielgruppen via Facebook mit einem Social Web-Kanal erreichen zu können. Ganz so einfach und besonders ohne Anzeigen-Budget ist es inzwischen nicht mehr: In der Facebook Q&A im November 2014 bestätigte Mark Zuckerberg die Bevorzugung persönlicher Updates gegenüber Posts von Facebook-Seiten in den Nachrichtenströmen (Newsfeed) der Nutzer.(2)

Wer auch Blogs und insbesondere YouTube strategisch in die Kommunikation eingebunden hat, ist jetzt gut aufgestellt.

Blogs haben vom Content Management System (CMS) her eine gute technische Ausstattung, um von Suchmaschinen indiziert zu werden. Sie liefern regelmäßig frische Inhalte, die zudem mit Schlüsselwörtern (Kategorien, Tags) beschrieben werden.

Online-Videos sind für die Kommunikation neben der übergreifend einfachen Einbettung in den verschiedensten digitalen Kanälen interessant, denn

  • Viele Altersgruppen und besonders junge Onliner nutzen die Online-Video-Plattformen
  • Google zeigt passende Online-Videos zu Suchanfragen sehr prominent in den Suchergebnis-Seiten an
  • YouTube zählt zur wichtigsten Suchmaschine nach Google: Statt längeren Beschreibungstext zu lesen lassen wir uns bequemer und anschaulicher zeigen und erzählen, wie etwas funktioniert

Bewegtbild-Inhalt, der bewegt

Die aktuelle ARD-ZDF-Onlinestudie hat auch zum Abruf von Videodateien im Internet 2014 interessante Nutzerstatistiken(3):

  • Gesamt
    zumindest gelegentlich: 75 %
    1x pro Woche: 45 %
    täglich: 14 %
  • 14-29-Jährige
    zumindest gelegentlich: 94 %
    1x pro Woche: 79 %
    täglich: 32 %

Für die Wahrnehmung und das Auffinden per Suchanfrage wichtig: Zugkräftiger Titel und Beschreibungstexte mit Keywords, die sowohl zum Inhalt als auch zu den verwendeten Suchwörtern in Suchmaschinen-Anfragen der angestrebten Zielgruppe passen. Nicht zu vergessen weiterführende Links im Beschreibungstext. Zum Beispiel:

  • Abruf von Detailinformationen wie die Programm-Übersicht eines Events
  • Link zum Ticket-Shop mit Hinweis auf Early Bird-Tarife
  • Links zu den Social Web-Profilen oder mobilen Apps des Events, um künftig keine neuen Informationen zum Event zu verpassen

Wie normal der Abruf von Video-Content bei jüngeren Online-Nutzern ist zeigt auch der sensationelle Erfolg des Video-Blogs BibisBeautyPalace von Bianca Heinicke. Eine deutsche Online-Berühmtheit mit über 1,2 Millionen Abonnenten!

Reiseführer Global Webindex

Der gerade aktualisierte Global Webindex meldet mehr regelmäßige Nutzer bei YouTube als bei Facebook(4). Ein Grund mehr, die Kommunikation – wenn nicht schon geschehen – mit Bewegtbild-Inhalten anzureichern.

Darüber hinaus identifizieren sie Tumblr und Pinterest als die am schnellsten wachsenden Social Media-Plattformen(5).

Tumblr!? Pinterest!? Einige haben diese Plattformen schon auf dem Online-Friedhof gesehen. Aber nichts ist so stabil wie die Veränderung. Auch in der Social Web-Nutzung. In diesem Sinne: Viel Spass auf der weiteren Entdeckungsreise – „This journey is 1% finished“(6)!

(1) Daten siehe ARD-ZDF-Online-Studie 2014 :: Onlineanwendungen
(2) Mark Zuckerberg Antwort in Facebook Q&A November 2014 (Video-Aufzeichnung ab Laufzeit 15:50 min)
(3) Daten siehe ARD-ZDF-Online-Studie 2014 :: Abruf Videodaten
(4) Global Webindex: YouTube has more monthly visitors than Facebook
(5) Global Webindex: Tumblr and Pinterest are the fastest growing social platforms
(6) Facebook Company Motto siehe Mashable Facebook Developer Explains Company’s ‚1% Finished‘ Motto

Doris Schuppe
Foto: DoSchu / DoSchu.Com

Der Beitrag ist nützlich und gefällt Euch? Dann freu ich mich über Eure Weiterempfehlung:

Aller Anfang ist … Strategie

illustration strategieEin Standard-Themenpunkt in meinen Workshops und Beratungen zum Social Media-Einsatz in der Unternehmens-Kommunikation: Strategie. Große Augen wenn es sich dabei nicht in erster Linie um das Social Web-Engagement dreht. In der operativen Hektik unserer Zeit gelangt im Detail schon mal aus dem Blickwinkel, welche Hebel das jeweilige Business vorantreiben…

„Sie sind Social Media Manager und kommen sich vor wie in einem Hamsterrad, das sich immer schneller dreht? … Dann ist es höchste Zeit für eine klare Diagnose: Sie brauchen eine Strategie, keinen Aktionismus!“(1)

Basis für die Kommunikation

Dabei fällt mir in Beratungen oder Workshops auf, dass nur wenige Antworten auf diese grundlegenden Einstiegsfragen für die Social Media-Strategie-Entwicklung geben können:

  • Für welche Werte und Leistungen steht das Unternehmen genau, wie hebt es sich vom Wettbewerb ab?
  • Welche Ziele (kurz-/mittel-/langfristig) hat das Unternehmen
  • Wie soll sich das Unternehmen weiter entwickeln?
  • Wer oder was sind die relevanten Umsatztreiber, was ist die Vertriebsstrategie?
  • Wie positioniert das Unternehmen seine Marken / Produkte?
  • Welche Online-Strategie verfolgt das Unternehmen?
  • Wie sehen sowohl die Kommunikationsstrategie als auch die Kommunikations-Ziele des Unternehmens aus?

START - Strategie :: Foto: DoSchuDabei ist es wichtig und insbesondere zeitsparend, die übergeordneten Ziele und Strategien zu kennen. Nur so können wir auf diese in der Strategie-Entwicklung fürs Social Web passend aufbauen. Schließlich wollen wir ja unser jeweiliges Business stützen: Das braucht keine „l’art pour l’art“-Facebook-Seite mit massenweise „Fans“, die keinen Bezug zu Marke, Unternehmen oder Produkt haben – zur Vertiefung sei Klaus Ecks Ratschlag „Warum Sie Social Media Fans nicht sammeln sollten“(2) empfohlen.

Mein Tipp: Lasst euch als Social Media-Verantwortliche nicht die Strategie-Entwicklung übergeordneter Abteilungen aufdrücken! Genau wie ihr müssen auch die Kollegen ihre Hausaufgaben machen. Und wenn hier noch Lücken zu schließen sind, dann setzt euch am besten gemeinsam an den Planungstisch.

Content, auch nicht ohne Strategie

Am Anfang steht also die Strategie. Das gilt ebenso für das gerade sehr populäre Content-Marketing. Für passende Inhalte (Content) müssen wir Klarheit haben über die Strategie-Ausrichtungen unseres Business. Sehr schön bringt das Joachim Graf im iBusiness-Artikel auf den Punkt:

„Wenn Content – Inhalt – vor allem in Form gegossene Kommunikation ist, dann kommt vor einer Content-Marketing-Strategie zunächst einmal eine Content-Strategie. Und davor eine Kommunikationsstrategie: ‚Wem will ich was erzählen und was soll damit erreicht werden?‘ Dafür benötige ich allerdings noch früher eine Markenstrategie (‚Wofür soll meine Marke online stehen?‘) und davor eine Online-Unternehmensstrategie (‚Was will ich erreichen und wofür möchte ich das Internet nutzen?‘)“(3)

STRATEGIE :: Foto: DoSchu

Strategie mit Kunde im Fokus

Exakt daher bezeichne ich Social Media gerne als Team-Sport. Es ist wenig zielführend, wenn jeder Unternehmensbereich abgeschlossenen sein eigenes Brötchen backt. Besser den Teig gemeinsam kneten und vorantreiben. Heute bestimmen Interessenten und Kunden, an welcher Stelle (Content, Kontaktpunkt / Touchpoint, Suchmaschinen-Ergebnis) sie als erstes anbeißen.

Und daher ist der Kundenfokus bei jeder Strategie-Entwicklung und internen Prozess-Gestaltung von enormer Bedeutung. Dazu die Touchpoint-Expertin Anne M. Schüller:

„Deshalb müssen sich ohne Ausnahme alle Unternehmensbereiche deutlich stärker miteinander vernetzen, um abteilungsübergreifend das ganze Unternehmen und jeden einzelnen Mitarbeiter auf die Kunden auszurichten. Dies hört sich banal an, ist es aber nicht.“(4)

Es ist nicht einfach, richtig. Aber machbar, wenn auch firmenintern mehr Web 2.0-Aspekte gelebt werden wie Kollaboration, Know-how-Sharing und Vernetzung. Auf geht’s!

Zitat-Quellen:
(1) Meike Leopold / Björn Eichstedt in „Erfolgsrezepte für Social Media Manager…“ / PR-Blogger.de
(2) Klaus Eck im Content-Revolution-Beitrag „Warum Sie Social Media Fans nicht sammeln sollten“ / medium.com)
(3) Joachim Graf in „SEO, Content-Marketing, Native Advertising und andere Lügen“ / ibusiness.de

(4) Anne M. Schüller in „Unkopierbar: eine kundenfokussierte Unternehmenskultur“ / Touchpoint Blog

Doris Schuppe
Fotos: DoSchu / DoSchu.Com

Like it? Share it!

Diese Website benutzt Cookies lediglich um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Wenn das ok für Dich ist, herzlich willkommen!