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Content 2015 :: Video, Vine, Instagram und Co.

Mobile VideoKönnen Unternehmen langfristig ohne Bewegtbild-Inhalte effizient kommunizieren? Und was hat das mit der zunehmenden Online-Nutzung per mobilem Endgerät zu tun? Was tut sich gerade im Online-Video-Sektor? Darum geht es in diesem Blogbeitrag.

Sehr provokativ warnt Eddie Tomalin im Blog des Video-Ad-Dienstleisters unruly Marken vor enormem Aufholbedarf, wenn sie Online-Video auf neuen Plattformen wie Vine ignorieren:

„No longer can brands brush these new age video platforms under the digital rug. As time passes, competition is rising fast and brands across the globe are missing their opportunity to engage their ever-growing mobile video audiences.“(1)

Video – da tun sich in Deutschland immer noch viele Unternehmen schwer und verzichten darauf. Online geht je nach Zielgruppe dann die Kommunikation an deren Nutzungsverhalten vorbei.

Ein paar Zahlen zur Video-Nutzung im Internet:

Online-Videos: regelmäßige Nutzung bis zu 92%

Der jüngste D21-Digital-Index zum Stand der digitalen Gesellschaft meldet(2):

  • 76,8% der Deutschen – knapp 54 Millionen Personen über 14 Jahren – sind online
  • Durchschnittlich sehen 66% der Internet-Nutzer Deutschlands regelmäßig Online-Videos
  • 53% nutzen kostenfreie „Internet-Angebote (z.B. YouTube-Videos)“ zur Wissensaneignung
  • Je nach Nutzergruppe ist der Online-Video-Konsum deutlich höher: 88% der so genannten „Passionierten Onlinern“ schauen regelmäßig Videos online
  • Je nach Altersgruppe ist die Nutzung enorm erhöht: 92% der 14-29-Jährigen rufen online Videos ab

Passend zur Video-Bedeutung renovieren die Social Networks Facebook und Twitter ihre Video-Optionen. Haben sie dabei auch das Thema Kurzvideos (micro videos) auf dem Schirm?

Mobile first: Apps sind wichtig

Laut D21-Digital-Index gibt es unter den Onlinern in Deutschland mehr als zwei Drittel mobile Internet-Nutzer (70%). Per Smartphone und Tablets gehören Apps zur mobilen Nutzung.

Und laut Mobile Effects Studie sind fast 42% der Befragten zuhause mobil im Internet, weil sie die Apps nutzen wollen(3). 25,5% der Smartphone-Nutzer haben zwischen 11 und 20 Apps installiert; die Smartphones von 18,5 Prozent zieren sogar mehr als 30 Apps. Knapp ein Drittel der Befragten dieser Studie installiert mehrmals im Monat neue Apps auf dem Smartphone.smartphone shadow

Mobile Nutzung bedeutet natürlich eine Herausforderung für Video-Inhalte. Mit den beliebtesten Apps Vine (gehört zu Twitter) sowie Instagram (gehört zu Facebook) teilen Nutzer kurze Videos. Mobile Konkurrenz für bekannte Plattformen wie Vimeo oder YouTube in punkto Video-Konsum auf den smarten Endgeräten.

Wer jetzt die Lösung darin sucht, bisherigen Video-Content des Unternehmens auf kürzere und quadratische Formate – Micro-Videos – umzuschneiden, ist auf dem Holzweg. Entspricht ein 140-Zeichen-Tweet auf Twitter einem Post auf Facebook? Nein. Jede Plattform des Social Web und ihre jeweilige Nutzer-Community hat eigenen Charakteristika.

Micro Videos

Das gleiche gilt für Video-App-Communities. Dabei geht es nicht nur um die unterschiedlichen Zeitangaben wie Vine mit 6 Sekunden (!) oder Instagram mit 15 Sekunden. Native, spezifische Inhalte passend zu den Nutzer-Bedürfnissen haben Potenzial für Erfolg.

Welche Plattformen gilt es als Unternehmen Aufmerksamkeit zu schenken? Sicherlich ist die App Vine von federführender Bedeutung im Bereich der mobilen Video-Apps. Kein Wunder dass international bereits viele Unternehmen Vine für die Markenkommunikation nutzen. Die eingebaute Stop-Motion-Funktion unterstützt dabei kreative Umsetzungen.

Noch wichtiger als eigene Unternehmens-Inhalte: Einflussreiche Nutzer dieser Plattformen gewinnen, die Produkte in ihren kurzen Videos zeigen.

Im Consumer-Segment haben wir anregende Beispiele:

  • Spielzeuge von LEGO werden in über 66.000 Vines von mehr als 7.600 Vine-Nutzern abgebildet und getagged
  • Gefilmte Vines mit der Kamera GoPro werden markiert, aktuell gibt es über 15.000 Kurzvideos von fast 920 Vine-Nutzern
  • Red Bull verzeichnet auf seinem Vine-Profil https://vine.co/redbull über 103.000 Abonnenten
  • Die Übernachtungs-Community airbnb setzte auf User Generated Content: ein Papierflieger zieht sich durch die Kurzvideos der Vine-Nutzer
  • Autohersteller BMW schließt auf Vine zu den Branchenkollegen Ford, Mercedes, Opel oder Peugeot auf(4)
  • Der Verein Jugend gegen Aids e.V. machte 2013 zusammen mit Vine-Nutzern per Hashtag #SixSecondsAgainstAids auf die Gefahren von Aids aufmerksam
  • Hewlett-Packard arbeitet kreativ mit Vine, s.u.

Apropos Hewlett-Packard: Zur Bewerbung des HP Pavillion x360 erreichten die Kalifornier auf der Plattform Vine mehr als 242.000 „Likes“, 118.000 Weiterveröffentlichungen („revines“) sowie fast 7.000 Kommentare über den reichweitenstarken Vine-Nutzer Robby Ayala (vine.co/v/MQOOJ30jvLn). Aus mehreren 6-Sekunden-Vines entwickelte der Computer-Herstelle einen 30-sekündigen Fernseh-Spot.(5)

Da kann man nur fragen: Vinest Du schon oder filmst Du noch…

Quellen
(1) unruly Blogbeitrag im Januar 2015: Brands Ignoring Short Form Video…
(2) Digital-Index 2014 der Initiative D21, November 2014
(3) Studie Mobile Effects 2014-2 (www.tomorrow-focus-media.de/marktforschung/digitalmarkt/info/mobile-effects-2014-2/) von TOMORROW FOCUS Media
(4) werben & verkaufen zu Vine-Kampagnen der Automobilbranche
(5) Artikel der AdWeek How HP Turned 6-Second Vines Into a 30-Second TV Ad Brands are repurposing social media, memes into multi-platform campaigns

Fotos: DoSchu / DoSchu.Com

Lese-Empfehlungen zum Jahresstart

dandelion :: doschuNeues Jahr und endlich geht es nach dem Urlaub wieder an den beruflichen Start. Da kann es nicht schaden den ein oder anderen Artikel aus dem Social Web-Umfeld zu lesen, oder?

Hier nur eine Auswahl für’s WarmUp. Zum Jahreswechsel habe ich meine Flipboard-Aktivitäten wieder aufgenommen. Dort führe ich unter anderem das Flipboard Magazin Digitalien Revue und freue mich über weitere Abonnenten.

Aber nun zu meinen versprochenen Beiträgen:

Lese-Empfehlungen Social Web 2015

Im Dezember schrieb Ed Wohlfahrt über 5 Wege aus der Facebook-Sackgasse:

Facebook will Kohle. So einfach ist das. Wollen Unternehmen mit ihrem Gedöns in die Breite, müssen sie dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Ich versuche hier der Frage nachzugehen, ob sich Facebook noch lohnt. Und wenn ja, für wen und wie lange noch.

weiterlesen bei edrelations.com :: 5 Wege aus der Facebook-Sackgasse

Online in Zahlen

Viel Arbeit nimmt uns Christian Buggisch mit seiner Statistik-Übersicht zu Social Media und soziale Netzwerke – Nutzerzahlen in Deutschland 2015

Wie haben sich Social Media und soziale Netzwerke in Deutschland zuletzt entwickelt? Hier mein Update für 2015 mit aktuellen Zahlen und Statistiken, von Facebook bis YouTube, von Business-Netzwerken bis zu Foto-Communitys, vom neuen Platzhirsch WhatsApp bis zum Winzling Foursquare

weiterlesen bei buggisch.wordpress.com :: Social Media und soziale Netzwerke -Nutzerzahlen in Deutschland 2015

Wer noch immer denkt, online seien nur jüngere Menschen erreichbar, sollte die Bitkom-Meldung Senioren suchen Gesundheits-Rat im Web lesen

:: 68 Prozent der älteren Nutzer recherchieren online
:: Frauen informieren sich häufiger als Männer
:: Jeder Zehnte kontaktiert seinen Arzt über das Netz

weiterlesen bei bitkom.org :: Presse 9. Januar 2015

Online-Video – das neue Schwarz?

Facebook Insights zeigt uns, wie wichtig visuelle Sprache ist als The New Universal Language (obwohl so „new“ ja eigentlich nicht)

People speak a new universal language—one that is made up of photos, emojis, stickers and videos. This visual language is seen as a succinct, time-efficient and powerful way for people to get their point across.

weiterlesen auf insights.fb.com :: New Universal Language

Dazu passt übrigens die Meldung bei Business Insider, dass neben Facebook auch Twitter in punkto Video jede Menge Veränderung in der Planung hat

Part of a website detailing a video product seems to be live. And from the FAQ page on the website, video.twitter.com, you can see what Twitter’s potentially plotting for its YouTube-like service.

weiterlesen beibusinessinsider.com :: Twitter Is About To Launch A YouTube-Like Video Platform

Apropos Video: Dem Thema werde ich mich im nächsten Blog-Beitrag widmen, für den ich eine sehr interessante Studie zu Online-Video gelesen habe.

Ich wünsche einen guten beruflichen Start!

5 Tipps für den Content-Plan 2015

illustration 2015 planungHappy New Year wünsche ich meinen Bloglesern! Neues Jahr – neue und bekannte Themen: So planen wir für die nächsten 12 Monate den Content für die digitale Kommunikation.

1. Redaktionsplan

Das A und O für eine gute Planung – besonders im Social Media Team – ist eine gute Planungsgrundlage. Das optimale Tool gibt es dabei nicht – je nach Arbeitsweise und Budget gilt es die passende Arbeitserleichterung auszuwählen. Das kann vom Excel im gemeinsamen Zugriff über ein Google Spreadsheet im Google Drive bis zu ausgefuchsten Redaktionsplan-Tools reichen.

Im Sommer stellte t3n im Beitrag „Mit diesen 4 Tools kannst du deine Content-Strategie einfach planen“ vier Helferlein vor, mit denen die gemeinsame Content-Planung unterstützt wird.

2. Termine & Content Curation

Wichtig: Welche wichtigen Termine hat 2015 für unsere Branche, unser Unternehmen und unsere Zielgruppen? Die relevanten Konferenzen, Messen, Tagungen, Produktneuerungen, Bekanntmachungen, Jahrestage oder ähnliches gestalten auch unseren Content-Plan. Schließlich filtern wir für unsere Zielgruppen aus den vielen Inhalten, die das Internet bietet, Passendes zu den verschiedenen Wochen des Jahres heraus.

illustration Tipps Content Planung

Diese Terminsammlung ergibt eine gute Mischung aus eigenen und besonders „fremden“ Inhalten. Mit dieser so genannten „Content Curation„* können wir die Kommunikation in unserem Social Media-Profil abwechslungsreicher und damit interessanter gestalten. Nicht immer besteht ja die Möglichkeit mit eigenen Inhalten passend zu diesen größeren Veranstaltungen belangvolle Themen-Facetten beizutragen.

Nicht vergessen: Nachberichte zu Veranstaltungen einplanen, besonders wenn wir selber am Event teilnehmen. Am wirkungsvollsten mit vielen Fotos oder noch besser Bewegtbild-Inhalten. Nicht umsonst plant jetzt auch Twitter nach Facebook die Video-Optionen der Plattform auszubauen.

3. Standard-Contents

Wie können wir insbesondere im Social Web unsere Kommunikation erleichtern? Wir planen Standard-Inhalte ein, die zu Kernthemen unseres Business relevante Informationen für unsere Zielgruppen bereitstellen.

Wenn die Inhalte zum Beispiel saisonal passen, wie etwa im Vorfeld der Urlaubszeiten, dann planen wir sie rund um diese Zeiten im Jahr mehrmals ein. Das Social Web wie Twitter, Google+ oder Facebook wird nicht umsonst als Echtzeitmedium bezeichnet. Inhalte sind eher flüchtig und gelangen nur eine kurze Zeit lang auf den Radar der Nutzer. Daher können diese Hinweise auf spannenden Content auch durchaus mehrmals im Jahr geliefert werden.

Als Standards können wir auch jeden Monat ein bestimmtes Detailthema in den Fokus rücken, das zu unserem Unternehmen passt. Dazu planen wir verschiedenartige Inhalte und Medienformate, damit das Thema nicht langweilig wird.

4. User Generated Content

Zu welchen Zeiten und Anlässen im Jahr können wir unsere Zielgruppe am besten zum Dialog bitten – ab damit in den Redaktionsplan! Am besten schon mit konkreter Ideenskizze.

Um das Ferienbeispiel aufzugreifen: Wenn wir vor, während oder nach dem Urlaub nach Fotos zu einem bestimmten Hashtag fragen wollen, dann planen wir das frühzeitig ein. Damit auch andere Medien aus unserem Hause, die eine längere Vorlaufzeit haben, den speziellen Hashtag mit bekannt machen.

5. Offen sein für Anregungen

Es können nicht alle Inhalte vorausgeplant werden. Schließlich werden Themen passend zu aktuellen Diskussionen am besten wahrgenommen. Anregungen kommen daher auch oft aus den Nachrichten, die zu wichtigen Stichworten mit Google Alerts oder ähnlichen Tools verfolgt werden.

Anregungen können Hinweise aus dem eigenen Unternehmen sein. Zum Beispiel von den Kollegen im Vertrieb oder Kundenservice, die den Anstoß geben bestimmte Themen aufzugreifen. Bleiben hier Inspirationen aus, dann proaktiv nachfragen!

Eine weitere Quelle für Impulse zu neuen Inhalten können aus Blogparaden hervorgehen. So können wir mit eigenen Blogbeiträgen an diesen teilnehmen. Aktuell läuft bis Ende Januar dieses Jahres die Blogparade Content-Marketing und Corporate Blogs 2015 #cmcb15. Hier diskutieren die Beiträge was ein gutes Corporate Blog ausmacht und wie es sich gezielt für das Content-Marketing nutzen lässt.

Welche Tipps habt ihr für die Content-Planung 2015?

* Zum Thema Content Curation gibt es hier jede Menge Anregungen zu Tools, die das Kuratieren vereinfachen: Tools für Content Curation / Content Planung (SMI) sowie Top 5 Content Curation Tools (webmagazin)

Doris Schuppe
Fotos: DoSchu / DoSchu.Com

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