Keine Zeit für Social Media?

Illustration Wordle Social MediaInsbesondere als Café, Restaurant oder auch als Shop mit touristischem Trubel fragen sich Betreiber, wie sie Zeit für Social Media investieren. Von der privaten Nutzung oder Beobachtung des Nachwuchs gewinnen sie das Gefühl: Da muss ich jeden Tag Stunden investieren… Dieser Beitrag hilft effizient via Social Media zu kommunizieren.

Die wichtigste Botschaft: Sie sind nicht allein! Es geht allen so, die ohne große Organisation im Hintergrund oder mit mehreren Kommunikations-Verantwortlichen ihr Online-Marketing vorantreiben.

Aus diesem Grund gibt es auch einige Lösungen, die helfen, den beruflichen Alltag inklusive Social Media zu meistern. Davor steht jedoch Eigenleistung, damit die Unterstützung wirksam werden kann. Dazu empfehle ich 3 Schritte zu effektivem Zeitinvest in Social Media:

Schritt 1: Fokus & Strategie

Bei der Analyse bestehender Marketing- oder PR-Kommunikation ergibt sich häufig: Die Themen sind zu Produkt- oder Unternehmens-bezogen. Statt strategisch geplant wirkt die Themenauswahl wie ein „Kessel Buntes“. Letzteres sollte vermieden werden, denn A) ist es viel zu aufwändig für viele Themen passende Inhalte zu finden oder zu erstellen, und B) fühlen sich vielleicht ausgerechnet die Lieblingskunden vor lauter verschiedenen Angeboten gar nicht passend bei Ihnen aufgehoben.

Fokussieren ist daher Trumpf: Und zwar auf Themen und Inhalte,

  • die relevant für den geschäftlichen Erfolg sind, die mein Business finanziell sichern
  • die hilfreich bei der Auswahl der passenden Lösung oder Dienstleistung sind
  • die relevant für meine Kunden und potenziellen Kunden oder künftige Mitarbeiter sind

Je fokussierter die Kommunikation betrieben wird, umso eher können auch Inhalte entwickelt werden, die etwas mehr Aufwand erfordern. Denn es wird nur für ein Thema investiert, nicht für 10. Lege ich den Fokus auf bestimmte Zielpersonen, spare ich mir zum Teil auch den Aufwand auf vielen Kanälen des Social Web aktiv sein zu müssen. Wer nicht einschätzen kann, was der Fokus ist, der findet beispielsweise bei Maren Martschenko mit der Espressostrategie gute Unterstützung.

Schritt 2: Vernetzung & Kooperationen

Unsere Unternehmen sind keine Inseln! Es gibt Wettbewerb, sicher, aber dazu jede Menge Partner und Kooperations-Möglichkeiten. Hier ein Geheimnis: Den meisten geht es mit Social Media genauso wie Ihnen!

Sprechen Sie mit Ihren langjährigen Partnern über Kräftebündelung. Halten Sie auf Verbandsebene Ausschau nach Kooperationen für die Kommunikation. Gehen Sie auf lokale Veranstaltungen von digital orientierten Gruppen wie Digital Media Women, Social Media CLub, webgrrls, webwoche etc. Dort finden Sie Austausch, Tipps und potenzielle Verbündete.

Bei lokal begrenzten Geschäften wie ein Café oder Restaurant können Sie durchaus mit ähnlich tickenden Anbietern in anderen Städten oder Regionen in den offenen Austausch gehen – erarbeitete Inhalte kann jeder jeweils „eingefärbt“ verwenden.

In meinen Seminaren und Workshops sage ich es ganz oft im Verlauf: Social Media ist Teamsport.

Holen Sie Freelancer (Texter, Fotografen, …) mit ins Boot. Kollegen oder Mitarbeiter sind gute Fotografen? Investieren Sie in Postproduktion oder Fotografie-Kurs für Bildmaterial live aus dem Geschäftsleben. Sprechen Sie mit Partner-Unternehmen über die gemeinsame Produktion von Video-Inhalten. Führen Sie gemeinschaftlich ein Themen-Blog. Die Optionen sind da!

Insbesondere die heutige reibungslose Zusammenarbeit via Internet macht mehr möglich als Sie denken, oft müssen nur gedankliche Hürden übersprungen werden.

wordlcoud 3 Schritte Social Media

Schritt 3: Planung & Instrumente

Arbeiten im Team bedeutet mehr Planung statt ad hoc-Aktionen. Logisch, dass es erst mal ein Aufwand ist, sich zu koordinieren. Im Geschäftsalltag wirkt sich das Vorausplanen jedoch wesentlich entspannender aus.

Hilfreich ist ein Jahres-Redaktionsplan, der schon mal wichtige Termine und Ereignisse fürs Jahr dokumentiert, die für das Business von Bedeutung sind. Für jeweils 3 Monate der nahen Zukunft empfehle ich eine Feinplanung – inklusive der Übertragung konkreter Verantwortlichkeiten an gewonnene Kooperationspartner. Sonst wird es ein TEAM im Sinne des „T-oll, E-in A-nderer M-acht’s“.

Geht es an die konkrete Umsetzungen sind vorausgeplante Veröffentlichungen im Blog, auf Facebook oder Twitter sehr praktisch. Dazu verweise ich gerne auf meinen Blogbeitrag über 5 Tools für Social Media.

Ich favorisiere ja als übergreifende Unterstützung ein so genanntes Social Media Dashboard – Dashboard steht für Steuerzentrale. Gerne zeige ich, was das Dashboard Hootsuite an Aufgaben rund um Monitoring und Publishing für Social Media leisten kann.

Gerade bei deutschsprachigen mittelständischen oder kleinen Unternehmen spielt jedoch das Business Network XING durchaus eine große Rolle. Dies kann bei HootSuite durch eine Erweiterung (App) in das Dashboard integriert werden. Dafür müssen jedoch monatlich 3,99 € gezahlt werden.

Speziell für den deutschsprachigen Raum, mit Xing integriert und auf lokale Geschäfte spezialisiert ist webZunder ein interessantes Dashboard: Die Initiatoren möchten das digitale Marketing so einfach wie möglich machen. Für diejenigen, denen die umfassende Plattform Hootsuite etwas zu überwältigend empfinden. Dazu konzentriert sich das nach Testphase kostenpflichtige webZunder auf Social Media-Profile, die für ein Ladengeschäft relevant sind (Blog, Facebook, Xing, Twitter, Foursquare). Es bündelt die eingehenden Nachrichten und hilft mit Vorlagen bei der Kommunikation von Neuigkeiten.

Was hilft Ihnen Zeit für Social Media zu investieren?

Doris Schuppe
Illustration: DoSchu / DoSchu.Com mit WordCloud via Tagul
Hinweis: Es bestehen keine finanziellen Verbindungen zu den erwähnten Lösungen

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3 Feedbacks


  • Jochen Harter schreibt am 31 Jul ’15 um 19:38

    Hallo Doris,
    sehr guter Beitrag. Gerade bei Restaurants oder Cafes wundere ich mich auch immer sehr, dass nichts getan wird. Leider ist die negative Seite an Social Media, dass es selbst nichts verkauft, wenn die Call to Action fehlt bzw. wenn dann doch niemand in den Laden kommt. Diesen sehr wichtigen Ansatz, dass nur der Verkauf Ertrag bringt, sollte man strategisch immer ganz genau betrachten. Von schönen Bildern ist noch niemand reich geworden. Sales and Profit up.

  • Liebe Doris, dieser Artikel ist Wasser auf meine Mühlen. Nicht nur wegen Deiner Empfehlung in Sachen Fokus, sondern weil er sehr gut erklärt, warum Zeit nicht das Problem ist, sondern die Haltung der Menschen. Die Frage ist nicht, wann man Social Media nutzt, sondern wie. Deine drei Schritte erklären das komprimiert und anschaulich. Wird gerne geteilt :-)
    Viele Grüße
    Maren


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