Was mache ich eigentlich beruflich :: Digital Communication Consultant

My Job :: Illustration :: DoSchuNicht erst seit der Entstehung neuer Aufgaben durch den professionellen Einsatz von Social Media gibt es in der digitalen Wirtschaft neue Berufsbezeichnungen. Ende der 1990er Jahre hatten Personalberater viele Fragezeichen in den Augen, wenn es darum ging, Anforderungsprofile der Webmaster, Webdesigner und Online-Redakteure voneinander abzugrenzen. Damals wie heute bleiben einige Berufsbezeichnungen ohne deutsche Übersetzung. Oder kennen wir inzwischen einen Netzmeister?

Insofern komme auch ich nicht umhin, das eine oder andere Mal zu erläutern, was ich als Digital Communication Consultant so tue. Zum Beispiel, wenn mich jemand als Vortragende vorstellt. Oder wenn im Coworking Space mögliche Ergänzungen im Dienstleistungs-Portfolio erörtert werden. Oder wenn Wibke Ladwig zur Blogparade aufruft und fragt: „Und was machen Sie so beruflich?“:

„Schreibt in Eure Blogs, wie Ihr Euch nennt, woher diese Jobbezeichnung stammt und was sich dahinter verbirgt. Macht Ihr mit? Ich bin gespannt. Die Blogparade läuft bis zum 31. März 2013.“

Etikettierung und Erwartungen

Als ich mich 2010 nach fünf Jahren „Head of Research & Strategy“ bei der MarCom-Agentur MaCS selbständig machte, nannte ich mich zunächst „Kommunikationsberaterin“. Um bald festzustellen, dass die meisten Interessenten davon ausgingen, dass ich PR-Dienstleistungen erbringe. Besonders da ich sowohl Journalismus- als auch Public Relations-Positionen inne hatte. Also ergänzte ich meine Darstellung um „Expertin für B2B-Kommunikation mit neuen Mitteln“.

Mit dem vor wenigen Jahren geheimnisvollen Social Web, dass nur wenige Praktiker von innen kannten, bezeichneten sich viele Berater als „Experten“. Nur wenige waren jedoch in der Lage, das in Deutschland mit dem Etikett „Experte“ erwartete Know-how zu liefern. Also nahm ich von der „Expertin“ zumindest in der schriftlichen Darstellung Abstand.

Wieder „zurück“ bei meiner Kommunikationsberaterin, entschied ich mich für die englischsprachige Version: „Communication Consultant“. Mit meinem Fokus auf Online, SEO, Social Media und Mobile Internet war mir der Zusatz „Online“ zu kurz gegriffen. Daher wählte ich die ergänzende Beschreibung „Digital“, passend für die verschiedenen Kommunikations-Kanäle, deren Zusammenspiel mich fasziniert. So ist sicher verständlich, dass in meinem Fall die Eingrenzung auf „Social Media Beraterin“ so gar nicht ging.

Lego-Karaoke zur Berufsbezeichnung

Im Rahmen der Munich Creative Business Week 2013 wählten wir im Design Thinking Workshop mit Orange Hills 10 beliebige Lego-Steine aus, die wir „einfach mal“ zusammen steckten.

#mcbw :: My Job in Lego :: DoSchuErst dann bekamen wir die Aufgabe, anhand unserer persönlichen Bastelkreation den Teamkollegen unseren Job zu erklären. Quasi Lego-Karaoke. Zu meiner Kreation (siehe Foto) gab ich folgende Erläuterung:

Als Digital Communication Consultant veränderte ich in den Köpfen der Menschen etwas, damit sie für digitale Medien wie Social Media vernetzter denken und Brücken zu anderen Abteilungen oder auch Partnern schlagen.

Digital Communication Consultant

Zur Erfüllung der Berufsbezeichnung kenne ich die digitale Klaviatur, auf der man für die Unternehmens- und Marketing-Kommunikation spielen kann. Mit meinen Kunden erarbeite ich ihre jeweils optimale Kombination, die zu Unternehmen, Mitarbeitern, Zielsetzungen und Markt passt. Mein Ansatz dabei ist es, so viel Medien-Kompetenz wie möglich zu vermitteln, denn das ist meine Empfehlung:

  • Führungskräfte sollten neue digitale Kommunikationsformen mit jüngeren Mitarbeitern auf Augenhöhe diskutieren können.
  • Mitarbeiter sollten befähigt werden, in der Social Media-Kommunikation den authentischen, direkten Dialog zu führen.
  • Geschäftsführungen sollten mit Wissen um neue Kommunikationskanäle entscheiden, ob sie diese beobachten, nutzen oder weiter ignorieren.

Der Bezeichnung Digital Communication Consultant entspricht, dass ich über den Tellerrand hinausschaue. Viele Kunden wunden sich, wieso ich ihre Website analysiere, wenn wir doch eigentlich über Facebook reden.

Eine Website hat jede Menge damit zu tun, wie einfach sie es Interessenten macht, Inhalte zum Beispiel auf Facebook oder Google+ weiterzuempfehlen. Oder ob sie den Erwartungen von Nutzern des Social Web entspricht.

  • Bietet die Website den Besuchern Weiterempfehlungs-Optionen an?
  • Werden bei der Verlinkung aussagekräftige Vorschaubilder angezeigt?
  • Werden bei der Vorschau auf den Inhalt sowie in Suchergebnisseiten der Suchmaschinen passende und Klicks anregende Texte geliefert?
  • Werden die Webseiten in mobilen Endgeräten überzeugend und nutzbar dargestellt?
  • etc.

Diese und andere Aspekte gehören heute zu modernen Kommunikationskonzepten dazu.

Insofern bin ich als Digital Communication Consultant weiterhin die interessierte Fachjournalistin, die Fragen stellt. Die Projektleiterin, die mit Planung und Struktur unterstützt. Die Web-Begeisterin, die Interesse für digitale Medien weckt. Die PR-Expertin, die interne und externe Kommunikation versteht. Die MarCom-Beraterin, die kreative Ideen in die Kommunikation einbringt. Die Digital Inhabitant, die digitale Kommunikationskanäle neugierig anschaut und auf ihre Einsatzfähigkeit in der Unternehmens-Kommunikation betrachtet.

Also die einander ergänzende Kombination aus meinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten.
PS: Gerade habe ich Maren Martschenkos Beitrag zur Blogparade gelesen. Wenn es um kreative Jobbezeichnungen geht, dann hier entlang lesen.

Fotos: DoSchu

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