(M)Eine kleine Blog-Geschichte zur Blogparade

Foto: Darkside / sxc.huDas liebe ich an Blogs: Ihre Vielfalt ist vergleichbar mit der Vielfalt an Büchern, ach Medien insgesamt. Eigentlich ganz anders als ein Logbuch, in dem wir mehr oder weniger standardisiert in definierten zeitlichen Abständen Daten, Vorkommnisse oder Aktivitäten festhalten. Und auch das liebe ich an Blogs: Die Menschen, die hier schreiben, lassen ihre Persönlichkeit nicht aussen vor.

Denn besonders diese persönliche Komponente macht Blogs zu einem prima Partner für Storytelling in der Unternehmens-Kommunikation. Die Wissens- oder Informations-Weitergabe von Mensch zu Mensch ist schließlich unsere uralte Kultur. Warum schreibe ich gerade darüber? Das ist Alexandra Steiner zu verdanken, die für die Sommerferien die Blogparade „Blog-Geschichten“ ins Leben rief. Sie möchte Erfahrungen zu den Blickwinkeln zusammen tragen, was motiviert Blogger, welche Bloggeschichte liegt hinter Blogs, und wie reagieren die Leser eines Blogs.

Motivation zum Bloggen: Es begann quasi in der Steinzeit

In der Online-Antike, also Anfang der 1990er, gestaltete sich die Veröffentlichung von Texten oder Bildern – gar nicht zu sprechen von Videos – recht aufwändig. Auch die Erleichterungen, die mit dem WorlWideWeb und Content-Management-Lösungen entwickelt wurden, behielt das Online-Publizieren wenigen vor. Entweder kannten sie sich gut aus, oder konnten jemanden bezahlen der/die sich auskannte.

Online-Antike (Foto: DarkSide / sxc.hu)Das Internet erlaubt die Vernetzung von Inhalten und Menschen, das sollte doch nicht nur für einen kleinen Kreis gelten. Als die ersten enfach zu nutzenden Blogsysteme das digitale Licht erblickten, wusste ich gleich:

Die neuen Blogs bieten endlich die Basis, mit der auch technisch weniger versierte Menschen ihre Erfahrungsberichte, fachlichen oder persönlichen Erkenntnisse bis hin zu Meldungen zum aktuellen Tagesgeschehen online mit anderen Nutzern teilen können!

Der | Die | Das Blog?!
Dieser Frage begegne ich immer wieder, die Antwort eigentlich sonnenklar. Bitteschön, das Blog. Das Zusammenfügen von das Web und das Logbuch erschuf den neuen Begriff das Weblog, verkürzt das Blog. „Der Block“ schreiben wir mit ck und meinen vielleicht den block in Schreibblockade, der einem Blogbeitrag im Weg liegen kann. So, liebe Duden-Redaktion!
DoSchu

Meine Blog-Geschichte

Die Wurzeln meiner Bloggeschichte liegen Mitte 2000, als ich als Head of Research & Strategy bei der B2B-MarCom Agentur MaCS tätig war. Als interne Wissensträgerin unterstützte ich die Kollegen mit Informationen oder Studien zu neuen Kommunikationskanälen, die ich damals (wie heute) erkundete.

Das Dilemma: Meine Kollegen wollten einerseits gerne auf dem Laufenden bleiben, beklagten jedoch gleichzeitig die leidige eMail-Flut. (Ein Thema, das nach wie vor brennt…)

Also suchte ich bei jeder eMail über interessante Neuigkeiten aus der Mitarbeiter-Liste diejenigen aus, für die diese Information gerade nützlich sein kann. Ein enormer Aufwand, der nie perfekt war, es nie sein konnte.

Ein internes Agentur-Blog war für mich die Lösung: So konnte jeder nach Gusto das Blog per eMail abonnieren oder einfach von Zeit zu Zeit hineinschauen. Mit der Suchfunktion sowie per Keywords und Kategorien waren die gesammelten und kommentierten Inhalte zu Facebook, Podcasts, Twitter, YouTube und Co. zudem deutlich besser recherchierbar als in eMails.

Dilemma eMail-Flut (Foto: DarkSide / sxc.hu)Wurde das Projekt zunächst noch als „privates Tagebuch“ belächelt, erkannten viele Kollegen den Wert dieser Know-how-Sammlung. Und so begann sie, meine persönliche Bloggeschichte.

Parallel startete ich auf Posterous (April 2013 ersatzlos von Twitter nach Übernahme eingestellte Blog-Plattform) mein Blog „Aufgeklickt & Angemerkt“. Als ich mich selbständig machte war klar, als zentrales Element meiner Website DoSchu.Com nutze ich ein Blog.

Inzwischen blogge ich nicht nur auf meiner eigenen Seite, einiges ist dazu gekommen. Zum einen Blogs wie PR-Blogger.de, geekchicks.de, webgrrls-bayern.de/blog/blog/ oder SMCMUC. Konferenz-Blogs. Ein persönliches Themenblog zu meinem Hobby Motorradfahren. Dazu Microblogging auf Plattformen wie Twitter, Facebook, Pinterest oder Google+ (z.B. Content Curation zu Healthcare & Social Media / Mobile Web).

Reaktionen aus der Blog-Leserschaft

Das Lustige ist: Die Rückmeldungen zum Blog erhalte ich im „echtem“ Leben, weniger im digitalen Raum. Warum das so ist? Keine Ahnung. Es ist schön! Leser und Leserinnen kommen auf Konferenzen, Barcamps oder Netzwerk-Events wie Social Media Club München extra zu mir und bedanken sich für meine Beiträge im Blog. An dieser Stelle: DANKESCHÖN dafür.

PS: Apropos Blog
Nächste Woche gibt es hier in der Blogserie „5 Antworten :: Social Media & … “ einen Beitrag zu Blogs in der B2B-Kommunikation mit Meike Leopold.

Doris Schuppe
Illustrationen mit Foto von DarkSide / sxc.hu

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