5 Antworten zur ‚Survival of the Fittest?‘ Tagung

Foto: combinat56Coworking inspiriert. Coworking bringt Menschen zusammen. Zum Beispiel für ein Seminar zum steigenden Erwartungsdruck im digitalen Zeitalter. Dazu haben meine Coworking-Kollegen Sina Brübach und Markus von der Luehe die Tagung „Von Menschen und Marken im digitalen Zeitalter – Survival of the Fittest oder geht’s auch anders?“ entwickelt.

Am Mittwoch, 26. Februar 2014, treffen sich die Teilnehmer von 9 bis 17 Uhr zu einem Mix aus inspirierenden Vorträgen, „munteren Business-Speed-Datings“ und Workshops. Die Tagungsveranstaltung „Von Menschen und Marken…“ ist Teil der Munich Creative Business Week, die dieses Jahr vom 22. Februar bis 2. März stattfindet.

Kurzinfo Munich Creative Business Week
Deutschlands größter Design-Event für Gestalter und Auftraggeber findet eine Woche lang in München statt. Ziel der Veranstaltungswoche ist die Sensibilisierung für Design und seiner gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Bedeutung. Letztes Jahr begrüßte die MCBW mit 126 Partnern und 56 Creative Spots über 37.000 Besucher auf den 202 MCBW Veranstaltungen.
Details siehe MCBW.de

Neugierig wie ich bin, befragte ich die beiden kreativen Köpfen hinter „Von Menschen und Marken im digitalen Zeitalter“, Sina Brübach und Markus von der Luehe, zum Hintergrund der Veranstaltung. Sina Brübach ist Gründerin des ersten Coworking Space in München, combinat 56. Coworker Markus von der Luehe ist Coach und somatischer Psychotherapeut.

:1: Survival of the fittest – was hat Euch motiviert dieses Seminar im Rahmen der Munich Creative Business Week anzubieten? Ist Coworking etwa so stressig?

Sina Brübach: Coworking ist eigentlich das Gegenteil von stressig. Es fördert die Gemeinschaft von sonst unabhängig agierenden Firmen und Unternehmern und arbeitet der zunehmenden Isolation entgegen. Es hilft uns gerade unter Stress bei unseren Coworkern Hilfe zu finden. Die Idee für das Seminar kam als wir Markus Flemming auf einer Business Konferenz in Köln gesehen haben. Er hielt die Keynote der Veranstaltung – so ganz anders als der Rest der Vortragenden.

Foto: Dorothee ElfringZum einen hat Markus Flemming ein Thema aufgegriffen, welches für viele Unternehmen extrem präsent ist: gestiegener Erwartungsdruck, Stress im Beruf und zu Hause sowie eine zunehmende Desorientierung in einer digitalen Welt. Zum anderen kommt Flemming als ehemaliger Eishockey-Profi aus einem Bereich, der sehr viel mit Erwartungsdruck und Hochleistung zu tun hat. Seine Antworten haben uns so beeindruckt und waren so lebendig, dass wir uns dachten, er sollte seine Message auch in München weitergeben.

:2: Nach Eurer Erfahrung: Liegt das Stress-Potenzial eher bei den Social Media-Enthusiasten und aktiven Nutzern neuer Medien für den beruflichen Einsatz oder mehr bei denjenigen, die dem Thema mit mehr Abstand gegenüberstehen?

Markus von der Luehe: Gute Frage! Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass die Auseinandersetzung mit so vielen sozialen Medienkanälen die Komplexität und damit auch den Zeitaufwand im Medienkonsum vervielfacht hat. Beispielsweise kann mein Facebook-Freund auf der Plattform erkennen, ob ich seine Nachricht gelesen habe. Das bedeutet, es gibt auch hier eine Erwartungshaltung, dass wir prompt antworten. Falls ich das nicht tue, ist die Chance gross dass er beleidigt ist.

Die Lösung ist aber aus meiner Sicht nicht, den sozialen Medien mit Abstand zu begegnen, sondern eher zu sehen wie man diese effektiver nutzen kann. Zu entscheiden, mit wem es wann Sinn macht überhaupt zu kommunizieren und aus dem ganzen Social Media-Lärm das Wesentliche für sich und sein Umfeld heraus zu filtern. Es ist aber zweifelsfrei, dass die neuen Medien stressfördernd sein können und genau diesen Tendenzen wollen wir mit dem Seminar entgegenwirken.

:3: Liegen Gründe für mehr Stress im Job vorwiegend in der neuen Medienvielfalt samt Verwischung der Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben – fehlen da nicht Auswirkungen durch wirtschaftliche Organisationsveränderungen?

Sina Brübach: Ich denke wir befinden uns in einer Übergangsphase, die insgesamt mehr Freiheiten und Spielraum für den Einzelnen ermöglichen wird, wenn sie abgeschlossen ist. Liquid Living, neue Arbeitszeitmodelle, etc. sind hier nur ein Teil der Geschichte. In San Francisco sehen wir mittlerweile Trends, wonach Coworking schon sehr etabliert ist und es eine Bewegung hin zur Selbst-Verantwortung gibt. Im Klartext: viele Kleinunternehmer, weniger Schutz durch Langzeitarbeitsplätze und große Organisationen, aber eben auch deutlich mehr Möglichkeiten und Verwirklichung der persönlichen Potenziale.

Markus von der LueheMarkus von der Luehe: Die andere Seite ist dass die die digitale Generation mehr und mehr verlernt, Konflikte und Emotionen über persönliche Konversationen zu handeln. Vieles läuft über eMail und Chat. All diese Entwicklungen bringen natürlich immensen Stress mit sich und müssen auf verschiedensten Ebenen angegangen werden. Aus meiner Sicht ist das, was wir gerade sehen eine Übergangsphase. Die Verwischung von Beruflichem und Privatem wird eher noch zunehmen. Die 5-Tage-Woche ist tot. Hinzu kommt, dass Organisationen das Risiko mehr und mehr auslagern werden, und wir in der Zukunft deutlich mehr „Contractor“ sehen werden.

:4: Was können wir für die Stressbewältigung von einem Eishockey-Spieler lernen?

Sina Brübach: Von seiner persönlichen Story: Markus Flemming hat aufgrund der extremen Anforderungen im Profisport unter Angstzuständen gelitten. Im Seminar gibt er uns Techniken an die Hand, die ihm selbst in sehr extremen Situationen geholfen haben. Darüber hinaus ist er Sportpsychologe und hilft verschiedensten nationalen und internationalen Teams bei der Bewältigung von extremen Stress- und Performance-Situationen.

Markus von der Luehe: Genau, ich beobachte manchmal einen Eishockey-Spieler, der vor Millionen von Zuschauern einen Strafstoß verwandelt und denke mir, wenn ich das machen müsste: „Das Ding ginge bei mir in die Wolken vor lauter Aufregung“.

Foto: combinat 56:5: Welche Teilnehmer möchtet ihr am liebsten zu Eurem Seminar begrüßen?

Markus von der Luehe: Alle, die nach Tools und Techniken Ausschau halten, um mit den gestiegenen Anforderungen zurechtzukommen. Das sind Mitarbeiter in Unternehmen, Coaches und Consultants, die mit Unternehmen arbeiten, sowie Manager und Führungskräfte, die sich persönlich weiterentwickeln möchten. Bereiche im Unternehmen sind Marketing, Personal (HR) und Management.

Ich wünsche Euch viel Erfolg mit Eurer Tagungsveranstaltung!
Hier geht es zu Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung am 26. Februar 2014 im Rahmen der Munich Creative Business Week 2014:
Von Menschen und Marken im digitalen Zeitalter – Survival of the Fittest oder geht’s auch anders?

 
Illustration mit Foto von combinat 56 / Foto Sina Brübach: Dorothee Elfring

Ein Feedback