Zum Tode von Leonard Nimoy 27. Februar 2015
Es gibt zwei Menschen, die mich als Kind bzw. Schülerin sehr beeindruckten. Die eine ist eine reale Person und ist Marie Curie, die bekannte Chemikerin und Physikerin. Die andere eine Kunstfigur aus einer US-Fernsehserie: Mr. Spock.
Doris Schuppe • Dieser Beitrag Faszinierender Mr. Spock, R.I.P. erschien zuerst im Blog DoSchu.Com. Updated Jan 2026
Marie Curie
Marie Curie war die Namenspatronin einer von mir besuchten Schule. Curie verließ im 19. Jahrhundert ihr Land, deren Hochschulen keine Frauen zugelassen haben, und studierte an der Sorbonne in Paris. Zusammen mit ihrem Mann Pierre erhielt Marie Curie den Nobelpreis, und sie war die erste weibliche Lehrkraft sowie später erste Professorin der Pariser Universität. Sie weilte schon nicht mehr unter uns, als mich ihre Geschichte als Schülerin ansprach.(1)
Dazu musst du wissen, dass es in den 1970er Jahren auch in einer deutschen Stadt üblich war, Mädchen mit einem Realschul-Abschluss und einer Ausbildung ins Leben zu senden. In meinem Fall setzte sich meine Realschuldirektorin und Lehrerin für Mathematik Dr. Humbach für meine weitere Schulbildung ein, ich bin ihr sehr dankbar dafür. So war es mir möglich, Naturwissenschaftlerin zu werden.
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„Faszinierend“
Denn die andere faszinierende Person war Mr. Spock, wissenschaftlicher Offizier in der Science Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ / „Star Trek“(2), gespielt von Leonard Nimoy. Für mich wirkte diese ab 1972 in Deutschland ausgestrahlte Serie als Kind wie ein Blick in die nächste Zukunft, schließlich waren „wir“ ja schon 1969 auf den Mond geflogen!
Und gemeinsam mit meiner Mutter verfolgten wir ja schon lange jede Folge der deutschen Serie „Raumpatrouille – die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“(3). Die lief zeitgleich zur US-Ausstrahlung in den späten 1960er Jahren bei uns zur besten Sendezeit! Die mehrfach wiederholte Fernsehserie begann mit den Worten:
»Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein.
Hier ist ein Märchen von übermorgen…«
– Raumpatrouille Intro
Wieso sollte es da kein Raumschiff der Amerikaner geben, dass auszieht, unbekannte Welten zu entdecken! Und einen Mr. Spock, der halb Vulkanier und halb Mensch ist?! Die Zukunft fühlte sich für mich in den Siebzigern so an, als finge sie morgen an.
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Vernunft statt Gewalt
Die Liebe zur Naturwissenschaft, zu Computern, zur Kommunikation (mit fremden Lebensformen) und zum Erklären von Phänomenen wurde mir so schon in der Schulzeit eingepflanzt. Nicht von der Schule, sondern vom Fernsehen, sei angemerkt. Dazu noch jede Menge Anregung, Vernunft walten zu lassen, sich nicht von Gefühlen blind leiten zu lassen (etwas das wir in der Social Media-Kommunikation auch üben müssen, um mit unsachlichen Äußerungen umgehen zu können).
Zur Erinnerung: Die späten 1960er und frühen 1970er Jahre des letzten Jahrhunderts waren in Deutschland sehr von Gewalt geprägt. Kalter Krieg zwischen Ost und West, Rudi Dutschke-Attentat, Vietnamkrieg-Proteste, Geiselnahme bei der Olympiade in München u.v.m. – nicht weit weg, sondern hier in der Nachbarschaft.(4)
Auf der Brücke des Sternenschiffs wurden Diskussionen geführt, Standpunkte ausgetauscht und Meinungen vertreten. Die Serie bearbeitete Themen, die vermeintlich weit in der Zukunft in fernen Galaxien lagen, und dabei doch so nah am konkreten Leben auf unserem Planeten sind.
Gleichberechtigung, Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft, Umweltzerstörung, gewaltsame Auseinandersetzungen, Aussterben von Lebensformen oder auch unterschiedliche Herangehensweisen der Menschen. Mal war das unkonventionelle Handeln von James T. Kirk erfolgreich, wesentlich häufiger das logische Kalkül des emotional unterkühlt präsentierten Mr. Spock.
Dazu auch ein ordentlicher Schuss Inspiration für die technologische Entwicklung. Ein Computer, der allgegenwärtig nach seinem gespeicherten Wissen gefragt werden kann! Dieses Szenario wurde mit Internet, Wikipedia und Suchmaschinen verknüpft mit Smartphones inzwischen Wirklichkeit. Sicherlich war mein Wunsch, meinen 90er-Jahre Palm Pilot mit einem Nokia Handy zu kombinieren, von den Kommunikations-Technologien der Star Trek-Serie gespeist. Diese Technologie-Kombi wurde dann endlich mit dem iPhone Realität.
Nur das „Beamen“ ist leider nicht voran gekommen.
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LLAP
Natürlich ist der Schauspieler Leonard Nimoy nicht Mr. Spock, aber er hat ihn sehr geprägt, ist eng mit ihm verknüpft. Da spricht schon etwas Halb-Vulkanier aus seinem letzten Tweet:
»LLAP –
live long and prosper«
Als Mr. Spock hat Leonard Nimoy das geschafft: Zachary Quinto ist ein würdiger „Nachfolger“…
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Links zu Faszinierender Mr. Spock, R.I.P.
- Kurzbiographie Marie Curie
- Details zu ‚Star Trek / Raumschiff Enterprise‘ könnt ihr im Wikipedia Beitrag nachlesen: wikipedia.org/wiki/Star_Trek
- Alles zu Raumpatrouille / Raumschiff Orion bei Wikipedia
- Details zu den Jahreschroniken liefert euch wiederum Wikipedia, einfach vollständige Jahreszahl eingeben
- Letztes Zitat von Leonard Nimoy auf Twitter https://twitter.com/TheRealNimoy/status/569762773204217857
- Zachary Quinto lernst du hier auf Wikipedia kennen
Illustration: DoSchu mit Foto von © Sergey Nivens / fotolia.com




Ja der Spock uns viel bedeutet – hier mein Nachruf
http://redaktion42.com/2015/02/28/faszinierend-personlicher-nachruf-uber-leonard-nimoy/