Social Media oder nur Cargo-Kult?

Wer nicht auf dem digitalen Klassentreffen re:publica in Berlin war, hörte vielleicht nichts von Gunter Duecks Vortrag. Ein prima Zwischenruf, der auch einige Phänomene von Unternehmen und ihr Social Media-Engagement erklärt.


Doris Schuppe • Dieser Beitrag Social Media oder nur Cargo Kult? erschien zuerst im Blog DoSchu.Com


Dieses Jahr veröffentlicht die Konferenz re:publica schon sehr zeitnah die Videoaufzeichnungen. So steht auch der Vortrag „Cargo Kulte“ von Professor Dueck bereits zum Anschauen bereit. Ich empfehle allen ihn anzuschauen, die sich im Unternehmens-Kontext mit Social Media befassen.

Cargo-Kult: Handlung ohne Kontextverständnis

Im betrieblichen Umfeld werden nach Duecks Beobachtungen innovative Tools und Methoden unverstanden angewendet. Obwohl neue Konzepte in Trainings geschult werden, werde das tatsächlich Innovative darin nicht verstanden und daher eigentlich nicht angewendet. Als typische Beispiele nannte er Brainstormings, Kick-offs oder Design Thinking. Meetings werden so genannt, aber nur durch das Label geschieht nichts anderes als in den Meetings bekannter Art.

Dazu bemühte er als plakatives Sinnbild die so genannten Cargo-Kulte, bei denen Handlungen ausgeführt werden, die in anderem Kontext sinnvoll waren. Die tatsächlichen Mechanismen und Zusammenhänge bleiben jedoch unentdeckt und damit unwirksam.

Social Media ohne Kontextverständnis

Diese Form der Anwendung macht auch vor Social Media nicht halt. ‚Ok, verstanden, wir brauchen also Facebook und Twitter als weitere Kommunikationskanäle, dann wird unser Dialog innovativ. Meier, Schmitz, Müller übernehmen das in ihren Aufgaben und können unsere Botschaften auch auf diesen Kanälen ausspielen.‘

Wenn das Momentum der digitalen Entwicklung Social Media nicht erfasst wird, bleiben Engagements hinter ihren Möglichkeiten. Es fehlen dann schlicht und einfach die Innovation und die Veränderung für den Dialog mit Interessenten und Kunden. Daran glauben, dass Facebook oder Twitter hilft, den Dialog zu innovieren, reicht eben nicht.

Gunter Dueck: Cargo-Kulte • re-publica Video

…und auch bei New Work

Neben Social Media liegt mir auch am Herzen, wie wir durch digitale Möglichkeiten jetzt und in Zukunft anders arbeiten können. Coworking ist eine spannende und inspirierende Entwicklung dazu.

Wie es auch hier bereits zu Cargo-Kult-artigen Phänomenen kommt, habe ich im Blogbeitrag re:publica Cargo Kult und Coworking skizziert.


Illustration mit Foto von Happystock / dreamstime.com

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About Doris Schuppe

Doris Schuppe (DoSchu) steht für ›Digitalien & KI einfach verstehen‹. Sie stärkt digitale Kompetenzen, damit Berufstätige den Anschluss an digitale Arbeitstechniken nicht verpassen und generative KI für ihre Workflows entdecken. Vernetzen ist ihre Superkraft – neben der klassischen Vernetzung in Interessenverbänden bringt sie Menschen in Barcamps, Coworking, Lean Coffees, Learning Circles oder Online-SchreibClubs zusammen. Neben Blogs wie DoSchu.Com schreibt sie Bücher: 2023 erschien ihr New Work-Buch »Heiter bis wolkig in Digitalien«, 2024 als Co-Autorin der »lernOS KI Leitfaden«. 2025 folgt ein Buch rund um generative KI. Doris Schuppe abeitet als freie Trainerin, Mentorin und Moderatorin.

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