R.I.P. Johannes, danke für #EinBuchFuerKai

R.I.P.Heute morgen suchte meine Social Media-Timeline in Bochum nach dem Blogger Johannes Korten. Er schrieb seinen letzten Post „Am Ende“. Ich bin sehr traurig. Der Mensch, der uns letztes Jahr zeigte, wie unfassbar einfach das Social Web Gutes vollbringen kann, ist nicht mehr unter uns.

Es ist für mich noch kaum zu fassen, dass wir keine Chance hatten, ihm das zurück zu geben, was Johannes Korten für den Buchautor Kai-Eric Fitzner tun konnte. Wie er uns und mit uns gezeigt hat, dass das Web Gutes tun kann.

Danke für #EinBuchFuerKai

Zum Jahresausklang schrieb ich vor einem halben Jahr, wie beeindruckt ich von Johannes‘ Aktion #EinBuchFuerKai und den ausgelösten LoveStorm war:

„Mein wichtigstes Social Media Highlight 2015 war auf jeden Fall #EinBuchFuerKai. Als Hilfe für den durch Schlaganfall erkrankten Kai-Eric Fitzner startete der mit ihm locker via Social Web oder Barcamps bekannte Johannes Korten eine Hilfsaktion. Er schrieb den Blogpost „Der Tod ist ein Arsch“ und hatte die Idee, jede/r kann was tun und zum Beispiel Kai-Eric Fitzners Buch „Willkommen im Meer“ kaufen, um der Familie zu helfen.

Ich habe mich sehr gefreut, durch diese Aktion auf das Buch aufmerksam zu werden. Und ich habe es bereits mehrfach verschenkt, um den Gedanken der Aktion aber besonders auch die Gedanken im Buch weiter zu tragen. Die Geschichte beschreibt, wie Einzelne ein erstarrtes Bildungssystem erwecken können. Und #EinBuchFuerKai zeigt, wie ein Einzelner, nämlich Johannes Korten, mithilfe von Social Media viel für einen Menschen und seine Familie tun kann.“
aus Adieu 2015 / Hallo 2016

Nun ist der Mensch, der diesen genialen Gedanken hatte UND in die Tat umsetzte, nicht mehr unter uns. Die motivierende Botschaft seines Tweets „Weiterleben. Weiterlieben. #waszaehlt“ vom 22. Juli 2016 vermochte nicht ihn in unserer Mitte zu halten.

#waszaehlt R.I.P. JKorten

In seinem letzten Blogbeitrag „Am Ende“ schreibt Johannes Korten unter anderem diesen Satz:

„(…) Vielleicht bekommt mein feiger Abgang wenigstens dahingehend einen Sinn, dass er dem ein oder anderen Warnung genug ist, dass die permanente Orientierung am Außen und das fortwährende Fassadewahren am Ende nicht die Lösung sein kann. Seid ehrlich zueinander. Übernehmt zuallererst Verantwortung für euch selbst, bevor ihr euch um andere kümmert. Immer. (…)“

Ein wichtiger Appell. (Wer ab und zu mal fliegt, kennt den Hinweis „Ziehen Sie zuerst selber die Sauerstoffmaske über den Kopf und helfen Sie erst dann anderen Mitreisenden.“) Auf sich achten, damit wir überhaupt anderen helfen können. Hinterfragen ob das Hamsterrad, in das wir uns begeben haben, unsere Wahl ist. Versuchen bei sich zu bleiben.

Ich möchte ergänzen: Andere Menschen um Hilfe bitten.

Zur Erinnerung der Vortrag „Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen“ von Johannes Korten auf der MediaConvention / re:publica rpTEN im Mai 2016:

Vielen Dank für #EinBuchFuerKai – ich bin traurig, dass wir nicht vermochten Dir beizustehen.

Doris Schuppe • Dieser Beitrag R.I.P. Johannes, danke für #EinBuchFuerKai erschien zuerst im Blog DoSchu.Com

Illustration DoSchu / DoSchu.Com u.a. mit Screenshot von twitter.com/jkorten

3 Feedbacks