Schweinehund adé: Positives in Welt und Web

Love Blog IllustrationHabt ihr euch schon mal bewusst gemacht, wie stark gerade in punkto Social Media der Fokus auf negative Aspekte gelegt wird? 

Bloss nicht schlecht dastehen…  Dabei hält eine zu starke Konzentration auf mögliche Unbill davon ab, selber etwas Positives ins Web zubringen.  Fragt euch selbst: Wie aufwändig reagiert ihr auf freundliche und wohlmeinende Rückmeldungen, die ihr zu euren Posts in Facebook-Seiten, Instagram, Twitter oder anderen Social Media-Profilen erhaltet?

Unbemerkter Fokus auf das Negative

Stelle ich die Frage in Seminaren / Beratungen / Workshops, kommt oft heraus, dass diese positiven Reaktionen auf jeden Fall erfreuen, weil ja exakt darauf hingearbeitet wird.  Jedoch erfolgt diese Freude mehr so innerlich, also nach aussen eher kommentarlos.

Kommt eine kritische Rückmeldung im Social Web, wird dieser sogleich die größte Aufmerksamkeit zuteil.  Das ist doch dem freundlich gestimmten Kommentar gegenüber total unfair!

Insbesondere in einer Kultur, in der das Primat ‚Nicht geschimpft ist auch gelobt‘ noch immer hoch im Kurs zu sein scheint, sind wohlwollende Feedbacks ganz besonders wertvoll.  Ich finde es wichtig, sich das bewusst zu machen.

Wie wär’s mit mehr Wohlwollen

Den hohen Wert könnt ihr euch selber mit 3 einfachen Gedankenexperimenten verdeutlichen:

  1. Was hört ihr in eurem Umfeld am häufigsten:  Lob, Dank & Wertschätzung oder Beschwerde & Kritik?
  2. Wann habt ihr selber das letzte Mal im Social Web öffentlich einen positiven Kommentar geschrieben – eben oder vor zwei Monaten?
  3. Wie leicht fällt es euch, eine öffentliche positive Rückmeldung im Social Web zu schreiben?

Na?  Genau.  Viele werden bemerken, dass ihr Umfeld mit anerkennenden Kommentare zurückhaltender ist.  Genau wie sie selber, denn es fällt schwer, eine ‚ultimative Lobhudelei‘ zu veröffentlichen. Ihr seht, in unserer Kultur sind wir so eingestellt, dass positive Rückmeldungen gleich als übermäßig empfunden werden.  Das ist doch mal richtig schade.

Macht euch bitte klar, wie viel es bedeutet, wenn ein Mensch einen positiven Kommentar schreibt.  Da steckt eine große Portion Überwindung drin.  Daher ist es angemessen und gerecht, dieser Person entsprechend Aufmerksamkeit zu schenken.

Vorbereiten ja, Fokussieren nein

Ich will hier nichts schönreden, es gibt sie, die missgünstigen Kommentare.  Und selbstverständlich ist es für Social Media-Verantwortliche nervenschonender darauf vorbereitet zu sein.  Die Frage ist nur, wie sehr ich mich auf diesen Fall der Kommunikation konzentriere.

Meine Empfehlungen zum Wappnen für den kommunikativen Ernstfall:

  • Einordnung trainieren: Anhand der Shitstorm Skala / PDF bei feinheit.ch lernen, tatsächliche Shitstorms von kritischen Situationen und von einem so genannten Sturm im Wasserglas zu unterscheiden.
  • Persönliche Unterstützung regeln: Für den Ernstfall im Vorfeld mit ein bis zwei Menschen verabreden, euch ohne Bewertung (und möglicher ) der Situation zur Seite zu stehen.
  • Ein Seminar zur Krisenkommunikation absolvieren: Darin lernt ihr, wie Kritiker.innen jedes Wort auf die Goldwaage legen, und wie ihr euch Strategien aufbaut, um mit der Situation souverän umzugehen.
  • Informationsketten einrichten: In Ruhe mit den relevanten Beteiligten abklären, wer wann im geschäftlichen Kontext zu informieren ist, wer konkrete Hilfestellung leisten wird um wiederum andere ins Bild zu setzen.
  • Von Erfahrungen lernen: Inspirationen entnehmen aus Erfahrungsberichten, die anläßlich der Blogparade #Kritikprofis zusammengetragen wurden (hier findet ihr meine Auswahl daraus verlinkt im Blogbeitrag Wie mit Kritik in Social Media umgehen).

Digitalien besser machen

Wartet nicht auf andere, legt los und überwindet den ‚inneren Schweinehund‘, der von wohlwollenden Reaktionen und Kommentaren abhält.  Denkt an das gute Gefühl, das ihr bei anderen Menschen dadurch auslösen könnt.

Nehmt euch vor, mal zwei Wochen lang mindestens 3 Mal wöchentlich einen positiven Kommentar zu schreiben, Danke zu sagen, Lob zu verteilen.  Nachdem das flüssiger geht, versucht ihr das täglich umzusetzen.  Das Schöne daran: Ihr dürft eure Kompliment-Frequenz erhöhen so viel ihr möchtet.

Und selbstverständlich dürft ihr diese Strategie auch auf andere Bereiche ausdehnen:  Lasst euch von Blogger-Kollegin Maike inspirieren, die viele gute Ideen für die Aktion #kindnessrules aufgeschrieben hat flowers-and-candies.de/home/kindnessrules/.

kindness rules blog illustration

Doris Schuppe • Dieser Beitrag Schweinehund adé: Positives in Welt und Web erschien zuerst im Blog DoSchu.Com

Illustration: DoSchu / DoSchu.Com

2 Feedbacks


  • Liebe Doris, Du sprichst mir aus der Seele. Vielen Dank für den wertvollen Beitrag. Und vielen Dank auch für`s Teilen meines Artikels.
    Hab eine schöne Zeit!
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet!
    Maike


Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.