Sag ‚Ja‘ zum Corporate Blog

Es schallte durch die Hallen des Social Web: Eines der im deutschsprachigen Raum bekanntesten Unternehmens-Blogs wandelt sich in ein Online-Magazin. Huch! Kein Bock mehr auf Blog?

Eine Teilnehmerin im letzten Social Media Manager-Seminar fragte, ob es noch zeitgemäß sei, an ein Blog zu denken. Nagut, dann hiermit trotz der Signale und Meldungen ein deutliches ‚JA‘ zum Corporate Blog. Warum, darum geht es in diesem Blogbeitrag.

Blogillustration Corporate Blog

Vertrauensbildend.

Signifikant angestiegen ist der Wert für Owned Media, also von Unternehmen selbst betriebene Medienkanäle.

Magazin ‚Horizont‘ über das aktuelle ‚Edelman Trust Barometer’*

Nun, da haben wir doch schon mal einen sehr guten Grund, uns die Mühe für ein Corporate Blog zu machen, das zu den so genannten ‚Owned Media‘ zählt. Offensichtlich wird diesen Medien nach den neuesten Erkenntnissen des Edelman Trust Barometers deutlich mehr Vertrauen entgegen gebracht als in der Vergangenheit.

Owned Media bedeutet zudem, hier können Unternehmen oder Solopreneure ihre Themen und Inhalte in der Art und Weise veröffentlichen, die zu ihnen passt. Da kann befreit von den beschränkten Vorgaben der Social Media-Plattformen in punkto Farbe, Schrift und Gestaltung alles mit vermittelt werden, für das man steht.

Sichtbar.

Die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen ist im Social Web wie oft beschrieben sehr niedrig. Da muss schon einiges geboten werden, damit ein Inhalt wahrgenommen und intensiver betrachtet wird. Viele Inhalte werden einfach durchgescrollt. Daher ist auch 2020 die gute alte Suche wichtig: In Suchmaschinen oder bei YouTube. In diesen Momenten haben wir die Gelegenheit, eine Person anzusprechen und mit unseren Inhalten abzuholen, die tatsächlich auf der Suche nach den von uns bearbeiteten Themen ist.

Und ja: Wenn eine Plattform beschließt, geschäftliche Inhalte nur noch gegen Einwurf von Kleingeld sichtbarer zu machen, dann ist das so. Für die eigene Website und das eigene Blog dagegen können wir für die Sichtbarkeit Sorge tragen. Und da hilft schon lange ein Blog, denn es bedient bei guter Führung auch Kriterien für eine gute Sichtbarkeit in der Suchmaschine.

Foto Content Blogillustration

Fotos? Fotos!

Apropos Seminare. Kurz mal schätzen: Wie häufig reden wir in Social Media-Seminaren über Bildrechte?

Antwort: Oft, sehr oft. Und hier kommt die erlösende Nachricht für ein Corporate Blog: Bildbestände im Unternehmen sind (so gut wie immer) mit den Rechten der Nutzung auf der eigenen Website ausgestattet. Das heißt wir können im Blog nach Herzenslust und wo es passt mit Fotos gestalten. Ich höre förmlich das erleichteres Aufatmen.

Zur Erinnerung für diejenigen, denen kein Seufzer entfuhr: Facebook lässt sich beispielsweise von allen, die Fotos in die Plattform hochladen, umfassend die Rechte zur Verwendung einräumen. In älteren Fotobeständen eines Unternehmens wurden keine speziellen Social Media-Freigaben vereinbart. Mit anderen Worten, so ein Bild darf nicht für einen Post in der Facebook-Seite verwendet werden. Daher haben wir mit Unternehmensfotos oft ein Thema in der Social Media-Kommunikation.

Was sagt die Corporate Blog Expertin?

Meike Leopold / Start Talking* ist eine anerkannte Expertin rund um Corporate Blogs, die einiges an Fachliteratur dazu veröffentlicht hat. Ich habe Meike angesprochen und sie gefragt:

Meike, wie stehst Du aktuell zu der Frage, ob ein Blog den Aufwand lohnt?


Meike Leopold • Start Talking

Meike Leopold: Erfolgreiche Corporate Blogs wie die von Maler Heyse oder Eberle Bau zeigen*: Bloggen lohnt sich auch für KMU, denn es bringt langfristig mehr digitale Sichtbarkeit. Ich würde sogar sagen: Kleine Unternehmen oder auch Solopreneure, die beim Bloggen für sich das richtige Thema finden und besetzen, können mitunter mehr von einem Blog profitieren als die großen.

Das wichtigste Erfolgsrezept für ein Corporate Blog: Die Welt immer aus den Augen der Leserinnen und Leser sehen! Hilfreiche Fragen: Wonach suchen sie? Was treibt sie um? Womit kann ich ihnen am besten weiterhelfen oder sie unterhalten?

Bloggen bringt langfristig mehr digitale Sichtbarkeit.

Meike Leopold

Wie oft sollte ich bloggen ist eine Frage, die mir häufig gestellt wird. Grundsätzlich geht Qualität vor Masse. Untersuchungen zeigen: Wer längere Blogposts mit hohem Nutzwert schreibt, hat mehr Erfolg bei seinen Lesern und Leserinnen.* Gute Beiträge lassen sich über die Zeit immer wieder aktualisieren. Das bedeutet, lieber ein bis zwei Beiträge mit einem hohen Mehrwert pro Monat veröffentlichen als viele, deren Wirkung schnell verpufft.

Das funktioniert selbstredend nicht ganz ohne Zeitaufwand. Für gut recherchierte Beiträge mit Zitaten, Verlinkungen, Checklisten oder Grafiken sind 1 bis 2 Tage einzuplanen. Dazu zwei Tipps:

  1. Eine klare Blog-Strategie dient als roter Faden bei der Themenfindung. Das spart Zeit.
  2. Ein Redaktionsplan schafft jederzeit Überblick und hilft ebenfalls beim Zeitmanagement.

Herzlichen Dank, liebe Meike Leopold!

Zeit.

Gerade der letzte Punkt, den Meike anspricht, ist sehr wichtig. Zeit zu viel haben die wenigsten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen in meinen Social Media-Seminaren nur in Ausnahmefällen. Ich wünschte, es wäre anders. Da ist es sicherlich erleichternd, dass es im Blog nicht auf Masse ankommt.

Qualität überzeugt dagegen: Mir sagten einige meiner späteren Kundinnen, dass sie es in der Auswahlphase gut fanden, mich in meinem Blog kennenzulernen. So verständlich wie ich in meinem Blogbeiträgen schreibe, gehen sie davon aus, dass ich das auch in meinen Workshops, Beratungen und Seminaren vermag. „Marketing Buzzword Bingo und Social Media-Chinesisch gibt es an anderer Stelle zu Genüge“, kommentierte eine.


Sieben

7 Gründe für Corporate Blogs

Hier noch mal kompakt sieben Gründe, warum auch 2020 ein Corporate Blog für Fachexperte / Fachexpertin, mittelständische Firma oder Unternehmen durchaus seine Berechtigung im Kommunikatons-Mix hat:

  • Frei wählbare Gestaltung, Schriftarten, Farbraum in Anlehnung an die Corporate Identity.
  • Großes Vertrauen in Owned Media.
  • Inhalte (Texte, Fotos, Videos) liegen im eigenen digitalen Hoheitsgebiet unabhängig von den Launen einer Plattform.
  • Fotos können rechtssicher eingesetzt werden.
  • Digitale Sichtbarkeit liegt in der eigenen Hand.
  • Zeitaufwand überschaubar mit Fokus auf Qualität statt Quantität.
  • Qualität mit langlebigem Nutzwert für Leserinnen und Leser statt schnelllebige Posts im Social Web.

:: meine 7 Gute Gründe für Corporate Blogs als Infografik (PNG; 400kB) ::


* Quellen & Links zur Vertiefung

Blogillustration Corporate Blog

Doris Schuppe • Dieser Beitrag Sag ‚Ja‘ zum Corporate Blog erschien zuerst im Blog DoSchu.Com

Illustration: DoSchu / DoSchu.Com • Portraitfoto: Simone Naumann / simone-naumann.com

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